Salon der Kulturen – “Innen Kultur. Außen Kultur. Und dazwischen?”
Entgrenzungen und Spielräume in den Künsten und in der Kulturpolitik
Es gehört seit jeher zu den Grundvoraussetzungen künstlerischer Tätigkeiten, bestehende Grenzen in Frage zu stellen bzw. zu überwinden. KünstlerInnen spielen am internationalen Parkett eine Rolle, ihr Qualitätsverständnis erschöpft sich nicht in der lokalen, regionalen oder nationalen Anerkennung. Sie wollen an internationalen Entwicklungen mitwirken oder mit ihren künstlerischen Vorhaben das aktuelle Geschehen, wo immer es sich konzentriert, beeinflussen. Vorstellungen eines „Innen“ gegen ein „Außen“ werden einer solchen Herangehensweise nicht gerecht.

Umso unverständlicher erscheint es, dass auf kulturpolitischer Ebene ungebrochen eine strikte Trennung von innerer und äußerer Ressortzuständigkeit herrscht. An einer solchen scheint der jüngste Zusammenschluss von Außenkultur- und Integrationspolitik im Außenamt Österreichs bislang nur wenig geändert zu haben. Dabei ist auf allen politischen Ebenen schon auf Grund der Änderungen der demografischen Zusammensetzung eine internationale Ausrichtung nicht mehr wegzudenken. Gerade Wien als weltweit anerkanntes kulturelles Zentrum ist ein heraus-ragendes Beispiel für Internationalität in Stadt- und Landeskulturpolitik.

Im Rahmen eines Salon der Kulturen wollen wir mit KünstlerInnen, InstitutionenvertreterInnen, WissenschafterInnen und kulturpolitisch Verantwortlichen zum Stand des Zusammenwirkens von Innen- und Außenkulturpolitik in Austausch kommen. Sprechen wollen wir über das Entstehen und Verschwinden von Grenzen, über den Mehrwert und die Herausforderungen von transnationalen Projekten und Programmen und über transkulturelle Kooperationen. Ausgehend davon gilt es zu fragen, inwieweit eine neue Qualität kulturpolitischer Kooperationen an der Zeit wäre und wie diese aussehen könnte: Wie können internationaler Kulturaustausch und nationale Kulturförderung zusammengedacht werden? Wo geschieht dies bereits in der Praxis? Was weiß man aus der Forschung und wo gibt es Potentiale der Vernetzung?
 

"Innen Kultur. Außen Kultur. Und dazwischen?"

Datum: 1. Dezember 2016, 14:00 Uhr

Ort: Universität für angewandte Kunst Wien, Heiligenkreuzer Hof, Schönlaterngasse 5, 1010 Wien

Konzept und Moderation: Aron Weigl / EDUCULT

Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten: barbara.semmler(at)educult.at

Programm

14:00 Uhr Begrüßung
Michael Wimmer, Geschäftsführer EDUCULT
 
14:15 Uhr Einleitung zum Thema
Aron Weigl, EDUCULT
 
14:30 Uhr Impulsvortrag
Wolfgang Schneider (UNESCO Chair Cultural Policy for the Arts in Development, Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim)
 
15:00 Uhr Zur Bedeutung des Internationalen in der künstlerischen Arbeit
Round Table 1
Moderation: N.N.
ImpulsgeberInnen: Monika Mokre (Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien), Julya Rabinowich (Autorin und Kolumnistin), Sascha Rathey (Landestheater Innsbruck, Orchestra of Europe), Oliver Ressler (Künstler und Filmemacher), Marie-Therese Rudolph (Künstlerische Leitung Festival 4020), Rio Rutzinger (angefragt; ImPulsTanz, künstlerische Leitung Workshops & Research)
 
16:30 Uhr Kaffeepause
 
17:00 Uhr Vom Verschwinden und Entstehen innerer und äußerer Grenzen
Im Gespräch mit Claudia Heu (freie Künstlerin, Wien)
Moderation: Aron Weigl
 
17:30 Uhr Verschränkungen nationaler und auswärtiger Kulturpolitik
Round Table 2
Moderation: Michael Wimmer
ImpulsgeberInnen: Yvonne Gimpel (UNESCO Österreich), Wolfgang Schneider (Universität Hildesheim, Institut für Kulturpolitik), Andreas Stadler (Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres), Stephan Vavrik (Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, Abt. Multilaterale Kulturpolitik und Sport), Rolf Witte (Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, Kulturelle Bildung International), Wolfgang Zinggl (Kulturpolitischer Sprecher Die Grünen), N. N. (angefragt; Bundeskanzleramt - Europäische und internationale Kulturpolitik)
 
19:00 Uhr Verabschiedung
 
 
Wir danken der Universität für angewandte Kunst Wien und der  Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7), Abteilung Stadtteilkultur und Interkulturalität für die freundliche Unterstützung!