Evaluation zu Projekten des Goethe Instituts im Kontext der Transformationspartnerschaften
Moving MENA Mobilitätsfonds und Cultural Innovators Network
Das Goethe-Institut betrachtet KünstlerInnen und KulturaktivistInnen als Seismographen und ‚Agents‘ sozialen Wandels. Beide zu evaluierenden Projekte beziehen sich auf den Beitrag des Goethe-Instituts, gemeinsam mit Partnern vor Ort Strukturen im Kultur- und Bildungssektor nachhaltig zu stärken, kulturnahe Berufsgruppen zu qualifizieren und die Mobilität zwischen jungen Kulturschaffenden in der arabischen Welt und Deutschland zu befördern.

Nach der Evaluation des Kulturmanagement-Fortbildung für MitarbeiterInnen von Kultureinrichtungen in Nordafrika und Nahost ist EDUCULT mit der Evaluation von zwei weiteren Projekten im Rahmen der Initiative Kultur und Entwicklung des Goethe-Instituts beauftragt.

Moving MENA

Der Moving MENA Mobilitätsfonds wurde 2012 im Rahmen der Transformationspartnerschaften zwischen Deutschland, Ägypten und Tunesien eingerichtet. Seine Mittel erhält er vom deutschen Auswärtigen Amt, für die Organisation ist das Goethe-Institut Kairo zuständig. Der Moving MENA Mobilitätsfonds richtet sich an jüngere arabische Kulturschaffende mit dem Ziel, Austausch und Vernetzung zwischen den kulturellen Szenen im arabischen Raum und Deutschland zu ermöglichen.

Cultural Innovators Network (CIN)

CIN ist ein gemeinsames Projekt von mehr als zwanzig Goethe-Instituten der Mittelmeerregion. Die Koordination liegt beim Goethe-Institut Rabat. CIN bietet jungen, zivilgesellschaftlich aktiven Menschen aus Europa und der MENA-Region die Möglichkeit sich kennenzulernen, zu kommunizieren und sich weiterzubilden

Methoden

Wie kann man im Rahmen einer Evaluierung mit der Komplexität und Dynamik von Projekten im Bereich Kultur und Entwicklung umgehen? Wie kann man einen Zusammenhang zwischen Ursachen und Effekten herstellen? Wie Fragen nach Nachhaltigkeit und Wirkung analysieren? In vorangegangenen Evaluationsaufträgen hat EDUCULT zwei methodisch-theoretische Ansätze angewendet, die sowohl eine Analysestruktur und einen theoretischen Bezugsrahmen bieten, als auch die nötige Offenheit für die Unvorhersehbarkeit und Ambiguität gewährleisten, die Entwicklungsprozessen zu eigen ist – insbesondere, wenn sie sich auf kulturelle bzw. kulturgestützte Entwicklungen beziehen. Zum einen eine Contribution Analysis anhand einer Theory of Change, mit der wir bei Moving MENA arbeiten werden. Zum anderen die Akteur-Netzwerk-Theory, die wir beim Cultural Innovators Network einsetzen werden.

Beide Ansätze fokussieren auf qualitative Methoden wie Interviews. Zusätzlich werden wir für jede Projektevaluierung eine Dokumentenanalyse einsetzen. Online-Befragungen der Reisenden bei Moving MENA und der Mitglieder des CIN sind ein weiterer Arbeitsschritt. Beim Cultural Innovators Network wird es zusätzlich eine teilnehmende Beobachtung sowie einen Evaluations-Round Table im Rahmen von Netzwerktreffen geben.