European Arts Education Fact Finding Mission
Kulturelle Bildung hat Konjunktur. Und doch fällt auf, dass zur Zeit zu wesentlichen Daten und Fakten niemand Auskunft geben kann: Etwa wenn es darum geht herauszufinden, wie viele Ressourcen auf diesen Sektor entfallen, wer mit welchen Zielen die wesentlichen finanziellen und materiellen Mittel vergibt, wie viele Institutionen in welchem Umfang beteiligt sind, wie viele Menschen mit welchen Qualifikationen tätig sind, wie viele Menschen überhaupt angesprochen werden, welche über einen migrantischen Hintergrund verfügen oder wie die Geschlechterverteilung aussieht.

Kurzbeschreibung

Um die Fragen zur Ressourcenlage kultureller Bildung zu beantworten, hat sich EDUCULT einen Schwerpunkt zur empirisch nachvollziehbaren Ressourcenerfassung mit dem Ziel der Erarbeitung objektivierbarer und entscheidungsrelevanter Daten und Fakten vorgenommen.

Das erarbeitete Konzept zielt auf die Entwicklung eines neuen Instruments ab, welches für eine vergleichende Ressourcenanalyse in Europa für das Politikfeld Kulturelle Bildung eingesetzt werden kann. Ziel ist die Entwicklung einer transparenten Datenstruktur, die signifikante Vergleiche in der Ressourcenverteilung auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene erlaubt. EDUCULT verbindet mit diesem Schwerpunkt die Hoffnung auf eine Weiterentwicklung einer „advocacy-based-policy“ in Richtung „evidence-based-policy“ als eine wesentliche Vorraussetzung für nachhaltig wirksame Veränderungsprozesse im Sinne der weiteren Professionalisierung und Qualitätsentwicklung des Sektors.

Methode

EDUCULT verfolgt mit diesem Projekt einen interdisziplinären Ansatz, welcher sowohl ökonomische, sozialwissenschaftliche als auch kultur- und bildungspolitische Analysen vereint. Unsere Partner sind daher ExpertInnen vernetzter Institutionen aus Deutschland, den Niederlanden, Finnland,Spanien und Großbritannien, mit denen regelmäßige Arbeitstreffen stattfinden. Im Herbst 2010 wird eine Expertenkonferenz im Kontext von Ruhr2010 - Europäische Kulturhauptstadt organisiert.

Das Projekt ist in all seinen Detailaspekten dialogisch angelegt. Entsprechend wurden die mit dem Themenfeld befassten ExpertInnen von Anfang an aktiv einbezogen und ihr Know-how genutzt. So wurde eine Reihe von ExpertInneninterviews mit den wesentlichen Akteuren des Feldes druchgeführt. Deren Ergebnisse haben wesentlich die Qualität der Indikatoren- und Methodenentwicklung beeinflusst und das Strukturkonzept in einen möglichst konkreten Bezug zu den aktuellen Rahmenbedingungen kultureller Bildung gestellt.

Die Ergebnisse können hier im Final Report nachgelesen werden.

Entscheidende Dimension der Ressourcen sind nicht die finanziellen Mittel wie dies zu erwarten war, sondern die Mitarbeiter, deren Qualifikation und Beschäftigungsverhältnisse. Um die Human Resources vertiefend zu analysieren wurde das Projekt Arts Education Monitoring System (AEMS) initiiert.