Ruhratlas Kulturelle Bildung
In Deutschland ist in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Vielzahl an kulturellen Bildungsaktivitäten entstanden. Die wesentlichen Akteure sind sich in der Einschätzung einig, dass diese gegenwärtige Hausse an kulturellen Bildungsaktivitäten, soll sie sich als dauerhaft erweisen, einer nachhaltig wirksamen Fundierung bedarf.

Kurzbeschreibung

Ziel des Projekts „Ruhratlas Kulturelle Bildung“ ist, das Verhältnis von Ressourceninput und Praxisoutput genauer in Bezug auf die Gelingensbedingungen kultureller Bildungspraxis hin zu untersuchen. Damit wird einen Beitrag zu Qualitätsentwicklung in diesem Fachbereich leistet. Das Projekt knüpft einerseits an die EDUCULT European Arts Education Fact Finding Mission und anderseits an die von der Stiftung Mercator geförderte Studie "mapping // kulturelle-bildung" des Deutschen Zentrums für Kulturforschung an. Letztere erfasst die Ressourcen für kulturelle Bildung und prüft deren strukturelle Rahmenbedingungen (Strukturmodelle) aus der Perspektive von vier deutschen Bundesländern auf ihre Praxistauglichkeit.

Mit dem „Ruhratlas Kulturelle Bildung“ führt EDUCULT diese Studien konsequent weiter bis auf die lokale Ebene. EDUCULT beforscht den Zusammenhang zwischen Ressourceninput, Strukturmodell und Praxisoutput kultureller Bildung in der Region Metropole Ruhr am Beispiel von zwölf Fallstudien. Damit gibt die Studie Auskunft darüber, wie Qualität kultureller Bildung in der Metropole Ruhr und darüber hinaus verlässlich und nachhaltig im ganzen Bildungssystem entwickelt werden kann.

Methode

Um den Zusammenhang zwischen Quantität und Qualität herstellen zu können, wird die Analyse mittels quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden durchgeführt. In der in der Studie „mapping // kulturelle-bildung“ erhebt das Zentrum für Kulturforschung die quantitativen Daten zum Ressourceninput. EDUCULT ermittelt den Projektoutput anhand qualitativer Gespräche mit Projektbeteiligten, die unterschiedliche Zielgruppen und Partnerebenen repräsentieren (z.B. Politikverantwortliche, Lehrkräfte, KünstlerInnen).

Das Projekt ist in all seinen Detailaspekten dialogisch angelegt. Entsprechend werden die mit dem Themenfeld befassten ExpertInnen vor Ort von Anfang an aktiv einbezogen. In 4 Entwicklerworkshops wird EDUCULT deshalb die akteurszentrierte Einschätzung der bestehenden Strukturen bzw. laufenden Aktivitäten in der Metropole Ruhr erheben. Dies ermöglicht eine erste Bewertung der aktuellen Trends mit Fokus auf dem Qualitätsaspekt. In 12 ausgewählten Projekten bzw. Programmen, entlang unterschiedlicher institutioneller Zusammenhänge, Kunstsparten, Zielgruppen, wird EDUCULT den Diskurs zum Thema Qualität mit den Beteiligten und Trägern intensivieren. Dazu werden Binnenstruktur und Umsetzungspraxis konkreter Projekte und Programme in der Region Ruhr auf ihre Qualität hin analysiert. Dies nicht im Sinn einer Beurteilung, sondern um die Perspektive der AkteurInnen auf Qualitätskriterien zu erheben und so spezifische Innensichten – etwa auf Gelingensbedingungen – zu gewinnen.