OeAD „More than Bytes – Kulturelle Bildung und digitale Medien“

Forschungsdesign

Das Forschungsdesign ist darauf ausgerichtet, den Themenschwerpunkt auf seine Wirkungen und Ergebnisse hinsichtlich des Erwerbs digitaler Kompetenzen zu untersuchen. Anschließend werden Empfehlungen zur Optimierungsmöglichkeiten auf Basis der Ergebnisse entworfen.

Methoden

Die methodische Rahmung der Evaluation umfasst ein Mixed-Methods-Design. In einem ersten Teilschritt werden theoretische Daten, die durch eine Dokumentenanalyse gewonnen wurden, hinsichtlich der zugrundeliegenden Forschungsfragen analysiert. Außerdem werden Daten und Ergebnisse der internen Evaluation des OeAD in die Beantwortung der Forschungsfrage mit einfließen. In einem zweiten Schritt wird eine Online-Umfrage mit Kulturschaffenden durchgeführt, die Projekte im Rahmen des Themenschwerpunktes implementiert haben. Zusätzlich werden auch Fokusgruppen mit Kulturschaffenden und Lehrpersonen durchgeführt. In einem letzten Schritt gibt es Workshops mit den Schüler*innen selbst, um schlussendlich auch beteiligte Schüler*innen zu Wort kommen zu lassen.

New Pathways for German-Turkish Youth Exchange

Evaluationsdesign:

Die Evaluierung umfasst das von der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke (DTJB) initiierte Projekt „New Pathways for German-Turkish Youth Exchange“, das die drei Maßnahmen „20∞1 – Zukunftsfestival Almanya-Türkei“, „Jugend gestaltet Städtepartnerschaft“ und „Gaming und Jugendaustausch“ umfasst. Das Forschungsdesign ist darauf ausgerichtet, alle drei Maßnahmen hinsichtlich ihrer Prozesse und Ergebnisse zu analysieren. Anschließend werden Handlungsempfehlungen und Optimierungsmöglichkeiten auf Basis der Ergebnisse entworfen.

 

Methoden:

Die methodische Rahmung der Evaluation umfasst ein komplexes Mixed-Methods-Design. In einem ersten Teilschritt werden theoretische Daten, die durch eine Dokumentenanalyse gewonnen wurden, hinsichtlich der zugrundeliegenden Forschungsfragen analysiert. Diese ersten Erkenntnisse fließen in die weiteren Teilschritte der Datenerhebung. In einem zweiten Schritt werden sowohl a) quantitative Erhebungen in Form von Umfragen mit qualitativen empirischen Daten durch b) Interviews mit verschiedenen Akteur*innen und c) teilnehmende Beobachtungen einiger Workshops der Projekte trianguliert. Abschließend werden sämtliche empirische Daten einer Analyse unterzogen sowie miteinander verglichen, um die der Evaluation zugrundeliegenden Forschungsfragen zu beantworten.

 

Helena Deiß

Helena Deiß studierte Bildungswissenschaft an der Universität Wien. Vor ihrer Zeit bei EDUCULT war sie als Mitarbeiterin der Uni Wien in verschiedenen Projekten und Arbeitsbereichen des Instituts für Bildungswissenschaft und am Zentrum für Lehrer*innenbildung tätig. Zu ihren Schwerpunkten zählen kritische Migrations- & Fluchtforschung, Mehrsprachigkeit, Theorien sozialer Ungleichheit sowie Lebenslanges Lernen und Inklusive Pädagogik. Ihre Forschungsexpertise liegt vor allem im Bereich der qualitativen Sozialforschung und in rekonstruktiven Auswertungsstrategien. Helena Deiß ist zudem im Verein „the Connection“ als Deutschkurstrainerin tätig – einer Organisation für geflüchtete Jugendliche.

CityFilms

Das Projekt CityFilms – Von der Schule in die künstlerische Lehre hat fünf Ziele:

  • Stärkung von Kulturvermittlung
  • Entwicklung von neuen Modellen der Zusammenarbeit mit Jugendlichen
  • Erfahrung von Selbstwirksamkeit des eigenen Handelns für Jugendliche
  • Erhöhung der kulturellen Teilhabe von Jugendlichen
  • Inklusion von Softskills in den Lehrplan von berufsvorbereitenden Schulen

Schüler*innen an Polytechnischen Schulen sind strukturell benachteiligt und haben Schwierigkeiten Ausbildungsplätze zu finden. Das Projekt „CityFilms“ zielt darauf ab, benachteiligte Schüler*innen mit künstlerischen Berufen in Kontakt zu bringen. Dabei wird der schwierige Übergang von Schule zu Ausbildung adressiert. Die Jugendlichen spüren ihre Selbstwirksamkeit, indem sie filmisch/künstlerisch tätig werden und sich zugleich einen Ausbildungsplatz organisieren, und erweitern ihre persönlichen Kompetenzen. Bildungseinrichtungen werden mit Kulturinstitutionen als potenziellen Ausbildungsorten vernetzt.
Kooperation auf institutioneller und Kompetenzvermittlung auf individueller Ebene führt zur systematischen Veränderung an der kritischen Nahtstelle.

EDUCULT begleitet den Projektprozess, die Planung, Workshops und filmischen Umsetzungen. Zudem wird mittels qualitativen Methoden überprüft, welche Ziele erreicht werden konnten. Hierbei stehen die Jugendlichen und deren Erfahrungen und Perspektiven im Mittelpunkt.

Ich bin’s, Dein*e Nicht-Besucher*in

Wie geht es Ihnen, wenn man Sie als typische*n „Nicht-Besucher“ bzw. „Nicht-Besucherin“ anspricht? Fehlt Ihnen etwas, fühlen Sie sich defizitär, fühlen Sie sich überhaupt angesprochen?  Oder sind Sie gar stolz darauf? Wie immer Sie zu dieser Zuschreibung stehen, als Nicht-Besucher*in befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Sie teilen diese Schublade mit der großen Mehrheit der Bevölkerung.

Aber um was geht es eigentlich? Was wird hier nicht besucht? Die Rede ist vom sogenannten „Kulturbetrieb“, damit einer spezifischen Infrastruktur, die unter dem schwammigen Label „KunstundKultur“ spezifische Angebote an die Öffentlichkeit richtet. Gemeinhin werden damit Museen und Ausstellungen, Opern-, Tanz- und Theaterhäuser, Konzertsäle, darüber hinaus Kinos sowie Spezialeinrichtungen wie Literaturhäuser, Design- und Architekturzentren aber auch nicht ortsgebundene Angebote von Kulturinitiativen zusammengefasst. Spätestens mit dem Aufkommen von sub- und alternativkulturellen, jedenfalls freien Kulturszenen lässt sich der „Kulturbetrieb“ immer schwerer fassen; mit immer neuen Innovationen vor allem in den digitalen Medien fransen jegliche Systematisierungsversuche immer weiter aus und machen es schwer, noch einmal eine kategoriale Trennung von Besucher*innen und Nicht-Besucher*innen vorzunehmen. Und selbst profunde Kenner*innen der kulturellen Szene haben es schwer, Sie mit Ihrem kulturellen Verhalten entsprechend einzuordnen.

Audience Development – Auf der Suche nach dem*der idealen Besucher*in

Gerade weil der Kultursektor und die mit ihm verbundenen Besucher*innen-Gewohnheiten in den letzten Jahren so unübersichtlich geworden ist, hat sich ein neuer Fachzusammenhang des „Audience Development“ herausgebildet. Ursprünglich entstanden im Bedarf, neue, möglichst zielgruppenspezifische Marketingstrategien zu entwickeln, repräsentiert Audience Development mittlerweile eine vorsichtige kulturpolitische Trendwende von der Angebotsseite hin zur Nachfrageseite. Das aber geht nur, wenn man mehr über die Nachfrager*innen weiß. Dazu gehört auch, sie nicht nur als eine anonyme Masse zu verhandeln, der bestimmte Eigenschaften zugesprochen werden, sondern sie als dynamischen Ko-akteur des kulturellen Geschehens zu begreifen. Entsprechend stieg der Bedarf an Daten, die begründbare Annahmen erlauben, wer, warum und unter welchen Bedingungen bereit ist, das Angebot des Kulturbetriebs anzunehmen – und wer nicht.

Das Ergebnis war eine Vielzahl an Vorhaben zur „Besucherforschung“, die allesamt versuchten, den*die für das jeweilige Kulturangebot typischen Besucher*in zu identifizieren, um ihm*ihr auf möglichst gesicherter Datengrundlage die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen, um seinen*ihren kulturellen Dispositionen möglichst einfach und bequem in der Realität umsetzen zu können.  So sehr sich die Studienergebnisse im Detail unterscheiden so eint sie doch ein demokratisches Ärgernis: Sie weisen – übrigens seit vielen Jahren weitgehend ungebrochen – in ihrer Gesamtheit aus, dass sich der*die typische Besucher*in vor allem von öffentlich (co-)finanzierten Kultureinrichtungen vor allem in Punkto Einkommen, Wohlstand, Bildungsvoraussetzung und zunehmend auch Genderzughörigkeit vom Rest der Gesellschaft deutlich abgrenzt. Daran haben ganz offensichtlich die vielfältigen Maßnahmen der kulturellen Bildung und Vermittlung nur peripher etwas zu ändern vermocht. Ein durchaus prekärer Befund, der mittlerweile die Gefahr einer umfassenden Legitimationskrise, etwa im Theaterbereich, erkennen lässt…………………

 

Den Blogbeitrag in voller Länge und weitere Publikationen von Michael Wimmer finden Sie auf Michael Wimmers Kulturservice!

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Bild: Kaiserkorso ©Torben* (Flickr)

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