Kulturentwicklung an der Steirischen Eisenstraße

Mehrere Gesprächsrunden regionaler Kulturverantwortlicher im Bezirk Leoben gaben den Impuls für ein LEADER-Projekt zur Stärkung der Kulturregion Steirische Eisenstraße. Ziel ist es, das kulturelle Leben in den Gemeinden strategisch weiterzuentwickeln, sichtbarer zu machen und die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Genregrenzen hinweg zu vertiefen. Gleichzeitig entstehen erste Grundlagen für eine mögliche Bewerbung als Kulturdrehscheibe im Rahmen der Kulturstrategie 2030 des Landes Steiermark.

Zu Beginn des Prozesses setzten wir eine Bedarfs- und Potenzialanalyse um. Sie macht die Stärken, Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsfelder der Kulturregion sichtbar. Darauf aufbauend moderieren wir Entwicklungsworkshops, in denen konkrete Maßnahmen vereinbart werden. Im Weiteren begleiten wir die Umsetzung von Kulturforen, zu denen alle Kulturverantwortlichen der Region eingeladen sind. Zudem wird der Informationstransfer für Gemeinden und Kulturschaffende durch regelmäßige externe Inputs (z. B. zu Förderungen oder Kooperationsangeboten) unterstützt. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die Entwicklung definierter thematischer Schwerpunkte der Gemeinden und Pilotmaßnahmen zur stärkeren Präsenz von Kultur im öffentlichen und digitalen Raum über Gemeinde- und Genregrenzen hinweg.

Konkret entwickeln wir ein Konzept zur strukturellen Optimierung der Kulturarbeit. Die Pilotmaßnahmen sowie regelmäßige Kulturtreffen als Austausch- und Lernformate verbessern die strategische Abstimmung in der Region nachhaltig. Es entsteht ein gemeinsam getragenes Verständnis regionaler Kulturziele und eine klare Profilierung der Steirischen Eisenstraße als lebendige Kulturregion.

Aller.Land

Aller.Land ist ein sechsjähriges Förderprogramm für Kultur, Beteiligung und Demokratie in ländlichen, insbesondere strukturschwachen Regionen Deutschlands. Dabei stärkt das Programm beteiligungsorientierte Kulturentwicklung, indem Kultur, Demokratiearbeit, politische Bildung und Regionalentwicklung systematisch miteinander verknüpft werden. Das Programm unterstützte in einer ersten Phase 96 Regionen mit 40.000 € Entwicklungsbudgets. 30 ausgewählte Regionen erhalten in einer anschließenden fünfjährigen Umsetzungsphase eine Förderung von bis zu 1,5 Mio. €.

Gemeinsam mit dem Programmbüro und verantwortlichen Bundesministerien entwickeln wir ein übergreifendes Wirkungsmodell für Aller.Land, das die angestrebte Wirkung des Gesamtprogramms systematisiert. Zusätzlich begleiten wir die 30 Regionen in partizipativen Workshops bei der Entwicklung eigener Wirkmodelle. Diese beschreiben die 30 Projekte und erfassen regionale Zielsetzungen. So entstehen 30 Wirkmodelle, welche die Regionen bei der Umsetzung ihrer Arbeit über die kommenden Jahre unterstützen, und in das übergreifende Aller.Land Modell einfließen.

Damit sowohl die Regionen als auch das Gesamtprogramm die Wirkung ihrer Arbeit gut erfassen können, begleiten wir Programmbüro und Regionen auch bei der Erarbeitung von Indikatoren und Datenerhebungsinstrumenten. Diese machen die Erreichung von Zielen messbar machen und stellen ihre Wirkungen verständlich, einordnend und kommunizierbar dar. Die laufende Datenerhebung übernehmen Programmbüro und Regionen selbst; wir begleiten dies durch Workshop- und Reflexionsformate. Schließlich unterstützen wir das Programm bei der Zusammenführung, Analyse und Interpretation der erhobenen Daten.

Die Wirkungsmodellierung macht sichtbar, wie Aller.Land ländliche Regionen durch beteiligungsorientierte Kulturvorhaben stärkt. Zentrale Outputs sind ein übergreifendes Wirkmodell für Aller.Land inklusive Indikatoren und Instrumenten zur Datenerhebung sowie 30 regionale Wirkmodelle. Die aufbereitete Auswertung zeigt schließlich, welche konkreten Wirkungen das Bundesprogramm entfaltet hat. Dadurch unterstützen wir Aller.Land dabei, einen Beitrag zu den vier Programmziele zu leisten: mehr kulturelle Beteiligung, Zusammenarbeit in vielschichtigen Netzwerken, lebendiges demokratisches Miteinander und nachhaltige Strukturen für Beteiligung. 

 

 

Kinder- und Jugendtheater der Stadt Frankfurt

Die Stadt Frankfurt am Main beauftragte uns 2020 mit der Erstellung des Nutzungs- und Betriebskonzepts für das neue Kinder- und Jugendtheater im Zoogesellschaftshaus. Das Konzept umfasst die inhaltliche Ausrichtung, den Wirtschaftsplan, schärfte das Raumprogramm und legte den Grundstein für den Architekturwettbewerb. 2024 aktualisierten wir es, um aktuelle Teuerungsraten und inhaltliche Entwicklungen abzubilden und damit den nächsten Entscheidungsschritt im Stadtparlament vorzubereiten.

Um unterschiedliche Perspektiven zu integrieren, führten wir Interviews und Fokusgruppen mit Akteur*innen aus Freier Szene, jungen Menschen, Politik, Verwaltung, dem Zoo Frankfurt und weiteren Expert*innen durch. Wir analysierten vorhandene Dokumente sowie Beschlüsse und erstellten eine Vergleichsanalyse von Budgets anderer Kinder- und Jugendtheater als Grundlage für den Wirtschaftsplan. Zudem arbeiteten wir in regelmäßigen Sitzungen im Kernteam und weiteren Stakeholdern an der gemeinsamen Ausgestaltung und Abstimmung des Konzepts.

Es entstand ein konsistentes Nutzungs- und Betriebskonzept, das Profil, Bedarfe und Strukturen des zukünftigen Kinder- und Jugendtheaters klar beschreibt. Dies schafft die Grundlage für die weiteren Umsetzungsschritte auf dem Weg zu einem die Freie Szene einbindenden, überregional relevanten und wirtschaftlich nachhaltigen Haus.