Baden-Württemberg-STIPENDIUM

Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM der Baden-Württemberg Stiftung fördert seit 2001 den internationalen Austausch von Studierenden und jungen Berufstätigen. Mit dem Stipendium wird sowohl jungen Menschen aus Baden-Württemberg ermöglicht, einige Zeit im Ausland zu verbringen, als auch ausländischen Stipendiatinnen und Stipendiaten, Baden-Württemberg kennenzulernen. Jedes Jahr bekommen rund 1.500 Personen ein Stipendium. 2026 feiert das Programm sein 25-jähriges Bestehen.

Im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung führt EDUCULT eine unabhängige Evaluation des Programms durch. Ziel ist eine fundierte Analyse der Programmentwicklung der vergangenen zehn Jahre sowie die Ableitung strategischer Empfehlungen für die Zukunft. Dabei wird geprüft, inwieweit das Programm seinem Auftrag gerecht wurde und wie es sich inhaltlich und strukturell weiterentwickelt hat. Die Evaluation identifiziert Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale und formuliert Handlungsempfehlungen für die inhaltliche Weiterentwicklung sowie die Optimierung interner Prozesse.

Die Evaluation folgt einem mehrstufigen, theoriegeleiteten Mixed-Methods-Design, das Wirkungsanalyse, Prozessbewertung und strategische Weiterentwicklung integriert. Ausgangspunkt ist die Entwicklung einer Theory of Change, die die Wirklogik des Programms rekonstruiert und als verbindlichen Referenzrahmen für Datenerhebung, Bewertung und Empfehlungen dient. Die Datenerhebung umfasst quantitative Online-Befragungen von Stipendiatinnen und Stipendiaten, Alumni sowie Hochschulvertreterinnen und -vertretern, leitfadengestützte Interviews und Fokusgruppen mit zentralen Stakeholdern sowie eine vergleichende Analyse anderer Stipendienprogramme. Im Rahmen von Workshops zur Zieleentwicklung, zur Analyse von Stärken und Herausforderungen (SWOT) sowie zur Validierung binden wir Mitarbeitende des Stipendiums aktiv in die Evaluation ein.

Yemen Creative Hubs II

Die Yemen Creative Hubs sind ein von der Europäischen Union finanziertes Kooperationsprojekt zwischen sechs Partnern in und außerhalb Jemens zur Unterstützung der Zivilgesellschaft und des Kultursektors im Jemen. Als Lead-Partner implementiert das Goethe-Institut das Projekt seit 2022 gemeinsam mit der Basement Cultural Foundation in Sana’a, der Aden Again Cultural Foundation, Madarat in Mukalla/Hadramout, Your ECHO und Yemen Art Base. Die zweite Projektphase begann im April 2024 und läuft bis 2028. Sie baut auf den in der ersten Phase entwickelten Kompetenzen, Netzwerken und Reichweiten auf und setzt zusätzlich einen stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeitsstrategien, die eine längerfristige Stärkung der entstandenen Infrastruktur in den jeweiligen Kontexten ermöglichen sollen. Ziel des Projekts ist es, die kulturelle Infrastruktur im Jemen durch Capacity-Building-Maßnahmen und den Aufbau von Creative Hubs in vier Städten und Regionen zu stärken. Ergänzend sollen begleitende Aktivitäten und Nachhaltigkeitsstrategien wie Art Resilience Stores dazu beitragen, Kulturschaffende und Künstler*innen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen und den Kultursektor insgesamt zu fördern.

In der Zwischenevaluation bauen wir auf den Erkenntnissen aus der Evaluation der ersten Projektphase (Yemen Creative Hubs) auf. So lassen sich Entwicklungen, Fortschritte und Anpassungsbedarfe über die Projektphasen hinweg systematisch nachzeichnen. Die Zwischenevaluation der zweiten Phase konzentriert sich nun auf die zwischen 2024 und 2026 umgesetzten Aktivitäten und bisher erreichten Ergebnisse. Wir untersuchen den aktuellen Projektfortschritt einschließlich der bisher erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategien und ermitteln Anpassungsbedarfe und Nachschärfungspotenziale, um die Projektpartner bei der Erreichung der angestrebten Wirkungen systematisch zu unterstützen. Dafür wählen wir einen Mixed-Methods-Ansatz, bei dem bestehende Monitoringdaten mit qualitativer Datenerhebung verbunden werden. Dazu führen wir Interviews mit Projektpartner*innen und Diskussionsgruppen mit Zielgruppen der Hubs, insb. Künstler*innen und Kulturschaffenden im Jemen durch.

Die Zwischenevaluation schafft eine fundierte Grundlage, um den bisherigen Projektverlauf der zweiten Phase einzuordnen und den Stand der angestrebten Wirkungen sichtbar zu machen. Sie liefert Erkenntnisse zum Fortschritt der Capacity-Building-Maßnahmen, zur Nutzung und Bedeutung der aufgebauten Infrastruktur sowie zur Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategien. Auf dieser Basis können Anpassungsbedarfe frühzeitig identifiziert und Nachschärfungen vorgenommen werden, um die Projektpartner in der weiteren Umsetzung bis 2028 gezielt zu unterstützen.

ReIMAGINE

Im Erasmus+ Projekt ReIMAGINE untersuchen wir, wie Europa an die eigene Vergangenheit erinnert, um zu einem (Re-)Imaginieren von pluralistischem europäischem Gedenken beizutragen.. Im Mittelpunkt stehen künstlerische Praktiken als gemeinsames Werkzeug, um dominante Erinnerungsnarrative zu hinterfragen und Räume für Reflexion und Partizipation zu schaffen.

Gemeinsam mit Partner*innenorganisationen aus Österreich, Italien, Portugal, Serbien und Zypern verbinden wir künstlerische, bildungspolitische und erinnerungskulturelle Perspektiven. Wir setzen eine partizipative Bedarfsanalyse mit Akteur*innen aus Kunst, Bildung und Erinnerungskultur um. Auf Basis dieser Ergebnisse entwickeln wir eine digitale Plattform für kollektives Erinnern, die pluralistische Gedenkpraktiken durch künstlerische Zugänge, Geschichten und Videos aus allen fünf Partner*innenländern vereint und sichtbar macht. Zusätzlich entsteht ein interaktives Schulungs-Toolkit zu inklusivem Erinnern für Pädagog*innen, Kulturvermittler*innen und Kunstschaffende. Die dort enthaltenen praktischen Methoden zur Einbindung kunstbasierter Gedenkformen in politischer Bildung und Erwachsenenbildung erproben wir in gemeinsamen Trainingsformaten und nationalen Pilotprojekten. Die darauf basierende Weiterentwicklung stellt eine praktische Anwendung sicher. Zusätzlich finden zur Vernetzung von Multiplikator*innen nationale und internationale Veranstaltungen statt.

In ReIMAGINE ergründen wir gemeinsam mit den Partner*innenorganisationen praxisnahe Methoden, die kunstbasierte Formen des Erinnerns direkt in politische Bildung und Erwachsenenbildung einbinden. Durch unsere Outputs stärken wir gemeinsam zivilgesellschaftliches Engagement, fördern aktive demokratische Teilhabe fördern und leisten einen Beitrag zu einer inklusiveren europäischen Erinnerungskultur.

Wir laden insbesondere Pädagog*innen, Kunst- und Kulturschaffende sowie politische Entscheidungsträger*innen ein, an den kommenden Projektaktivitäten teilzunehmen. Aktuelle Informationen stehen im Newsletter oder auf unseren Social-Media-Kanälen.

Kofinanziert von der Europäischen Union und dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS).

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.

Kaleidoscope

Das Erasmus+ Projekt haben wir gemeinsam mit Visual Voices (Zypern), Skills Elevation FHB (Deutschland), ALO Ísland (Island), Future in Perspective Ltd (Irland) und E. C. S. H. (Portugal) im Februar 2025 initiiert. Vor dem Hintergrund zunehmender sozialer Isolation, belastender Fluchterfahrungen und Identitätskonflikte bei jungen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen setzt das Projekt an der Frage an, wie Zugehörigkeit, Teilhabe und sozialer Zusammenhalt in Europa gestärkt werden können. Aufbauend auf den Erkenntnissen des preisgekrönten Projekts Young Thespians schafft Kaleidoscope sichere, inklusive und kreative Räume für junge Menschen, insbesondere für jene mit Migrationserfahrungen.

Im Verlauf von 24 Monaten bündeln wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen Erfahrungen und Expertise aus Forschung und Kultureller Bildung, um kreative und partizipative Ansätze für die Jugendarbeit weiterzuentwickeln. Im Zentrum stehen dabei mehrere miteinander verbundene Bausteine:

  • das ABEE-Trainingsprogramm (Art-Based Engagement Ethnography), das die Kompetenzen von Fachkräften in der Jugendarbeit im Bereich kultureller Sensibilität und traumasensibler Praxis stärkt
  • ein gemeinsames Kunst-Toolkit, das durch die Perspektiven und Erfahrungen junger Menschen mit vielfältigen kulturellen Hintergründen geprägt ist und non-formale Lernmethoden in den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Theater und Kreatives Schreiben bietet
  • Kurator*innen-Guides, um junge Menschen in ihrer Führungsrolle zu stärken und ihnen Kompetenzen im Bereich Veranstaltungsorganisation zu vermitteln
  • Kaleidoscope-Festivals in Österreich, Zypern, Deutschland, Island, Irland und Portugal zu organisieren, bei denen Teilnehmer*innen ihre künstlerischen Ausdrucksformen präsentieren und interkulturellen Dialog anstoßen können
  • ein transnationales Training Event in Zypern, bei der Fachkräfte der Jugendarbeit zusammenkommen, um Good Practices auszutauschen und ein starkes Unterstützungsnetzwerk für neu zugewanderte Jugendliche aufzubauen.

Mit Kaleidoscope wollen wir durch kulturellen Austausch und gegenseitiges Verständnis Brücken zwischen neu angekommenen und etablierten Communitys bauen und so den sozialen Zusammenhalt in Europa stärken. Der Fokus auf Ko-Kreation und Partizipation fördert die kreativen Potenziale junger Menschen und macht ihre Perspektiven sichtbar. Die Aktivitäten laufen bis 2027 in allen Partnerländern und münden in lokale Festivals sowie in eine europäische Abschlusskonferenz in Wien, bei der die Vielfalt und Schönheit interkultureller Erfahrungen von Jugendlichen im Mittelpunkt stehen.

 

Join the Journey

Für Updates, Anfragen oder um an kommenden Projektaktivitäten teilzunehmen, besuchen Sie uns: Kaleidoscope auf seiner Website, Facebook oder Instagram, oder tragen Sie sich für unseren Kaleidoscope-Newsletter ein.

Das Projekt wird durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union unterstützt.

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden. Project Nr.: 2024-2-AT01-KA220-YOU-000292245

 

 

RISE Bookselling

RISE Bookselling (Resilience, Innovation and Sustainability for the Enhancement of Bookselling) zielt darauf ab, den Buchhandel sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig zu gestalten sowie seine Anpassungsfähigkeit an zukünftige Trends und Herausforderungen zu stärken. Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, die Rolle der Buchhandlungen bei der Förderung von Lesekompetenz von Kindern (insbesondere zwischen 9 und 15 Jahren) und der Freude am Lesen zu stärken. RISE Bookselling ist ein Projekt der European and International Booksellers Federation (EIBF) und wird vom Programm Creative Europe der Europäischen Union kofinanziert. In diesem Rahmen wurden wir mit der Entwicklung des RISE Reading Promotion Toolkits für Buchhandlungen beauftragt. Ziel des Toolkits ist es, Buchhändler*innen praxisnahe, anwendungsorientierte Ressourcen zur Förderung von Lesemotivation und Lesekompetenz von Kindern bereitzustellen sowie zugleich politische Handlungsbedarfe zu identifizieren, um den Sektor wirksamer zu unterstützen.

Die Entwicklung des Toolkits basiert auf einem umfassenden Forschungsprozess, der unter anderem eine systematische Auswertung bestehender Fachliteratur, Berichte und Daten zur Lesekompetenz und Leseförderung umfasst. Buchhändler*innen, Leseförderinitiativen und -organisationen, NGOs sowie Bildungspartner*innen bringen ihre Perspektiven im Rahmen qualitativer Interviews ein, die in 20 ausgewählten Mitgliedsländern des RISE-Netzwerks durchgeführt werden. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten fokussieren sich auf die Lesekompetenz von Kindern im Alter von 9 bis 15 Jahren, da diese Altersgruppe als besonders entscheidend für die Entwicklung und Aufrechterhaltung nachhaltiger Lesegewohnheiten gilt. Dabei werden sozioökonomische Rahmenbedingungen und genderspezifische Perspektiven berücksichtigt.

Das RISE Reading Promotion Toolkit wird praxisorientierte Handlungsempfehlungen für Buchhandlungen und Fachkräfte, die mit jungen Leser*innen arbeiten, mit strategischen politischen Empfehlungen verbinden. Es umfasst vier zentrale Bestandteile:

  • einen Bericht zu Lesekompetenz, Leseverhalten und Leseeinstellungen von Kindern im Alter von 9–15 Jahren, der auf bestehender Literatur basiert und zentrale Erkenntnisse, Trends und Forschungslücken aufzeigt,
  • einen Katalog umsetzbarer Good-Practice-Beispiele mit besonderem Fokus auf Initiativen, die Jungen erfolgreich ansprechen,
  • eine praxisnahe Checkliste für Buchhändler*innen mit unterschiedlichen Erfahrungsniveaus und Kapazitäten,
  • sowie eine Übersicht über politische Handlungsbedarfe und entsprechende Empfehlungen.

Lese- und Schriftsprachkompetenzen spielen eine grundlegende Rolle beim Zugang zu Wissen und Bildung, ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe und stärken die demokratische Resilienz, indem sie kritisches Denken, Empathie und Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinformation fördern. Auf dieser Grundlage unterstützt das Toolkit Buchhändler*innen international darin, junge Menschen zum Lesen zu animieren und dadurch eine wichtige Basis für Wissen, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.

 

Unterstützung von Kunst- und Kulturschaffenden

In dieser Evaluation führen wir die Erkenntnisse aus drei Projekten des Goethe-Instituts zusammen, die Kunst- und Kulturschaffende in illiberalen Kontexten und Diaspora unterstützen. Space for Freedom and Feminism in Bangalore (Indien) schafft und unterstützt gemeinschaftliche Räume als Plattformen für Wissensaustausch und Netzwerkbildung und zielt darauf, Frauen, geschlechtliche Minderheiten und marginalisierte Menschen darin zu bestärken, historisch verwehrte Räume in Kunst und Kulturarbeit zu reklamieren. Dealing in Distance in Südostasien (Indonesien, Philippinen, Vietnam) bringt südostasiatische Künstler*innen und Diaspora-Künstler*innen in Deutschland in Fokusgruppen, Netzwerktreffen und Residenzen zusammen, um Identität im Spannungsfeld von Migration und Heimat künstlerisch zu erkunden und neue Verbindungen zu schaffen. Die Kulturgarage in Alexandria (Ägypten) bietet in einem historischen Luftschutzbunker nahe dem Goethe-Institut Alexandria für jeweils drei bis acht Wochen einen kurzfristigen Arbeits-, Fortbildungs- und Veranstaltungsraum für Künstler*innen aller Sparten und soll damit die lokale Kulturszene stärken.

Im Mittelpunkt der Evaluation stand die Frage, ob und wie diese drei Projekte zur Stärkung von Kunst- und Kulturschaffenden sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen beitragen. Untersucht wurden sowohl unmittelbare Ergebnisse als auch dauerhaftere Wirkungen sowie der Beitrag des Goethe-Instituts zur Förderung kultureller Szenen und zivilgesellschaftlicher Strukturen. Methodisch arbeiteten wir mit Interviews und fokusgruppen sowie der Situationsanalyse nach Adele Clarke, um die Vielfalt und Komplexität der Projekte angemessen abzubilden und formale wie informelle Strukturen, Akteur*innenkonstellationen, Diskurse und institutionelle Rahmenbedingungen systematisch in den Blick zu nehmen.

Die Evaluation schafft eine Grundlage für vergleichende Erkenntnisse über Wirkungsweisen, Bedingungen und Herausforderungen der drei Projekte.
So werden informelle Machtverhältnisse, institutionelle Rahmenbedingungen und divergierende Deutungen sichtbar und es wird eine fundierte Basis für vergleichende Erkenntnisse und Transferempfehlungen geschaffen.

Fit für den deutschen Arbeitsmarkt (FIMA)

Fit für den deutschen Arbeitsmarkt (FIMA) begleitet Schüler*innen und junge Erwachsene aus Mexiko, Kolumbien und Brasilien in der Erwerbs- und Ausbildungsmigration nach Deutschland. Ziel des Projekts ist es, die Teilnehmenden sprachlich auf das Alltags- und Arbeitsleben in Deutschland vorzubereiten und sie beim Erwerb der dafür notwendigen Zertifikate zu unterstützen. Dazu gehören kostenlose Sprachkurse inklusive Sprachprüfung auf den Niveaus A1 und A2, landeskundliche und interkulturelle Vorbereitung, Bewerbungstrainings, Hausaufgabenbetreuung, fachliche Begleitung durch die Bundesagentur für Arbeit und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) sowie Angebote des Alumniportal Deutschland.

In der begleitenden Evaluation überprüfen wir die Zielerreichung auf Output- und Outcome-Ebene und erfassen kurzfristige Wirkungen bei der Zielgruppe. Darüber hinaus erarbeiten wir eine Plausibilitätsdarstellung langfristiger Wirkungen auf die Zielgruppe und auf gesellschaftlicher Ebene. Dafür führen wir eine Bedarfsanalyse der Teilnehmenden und Arbeitgeber*innen durch. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Projektaufbau, der Projektstruktur, den laufenden Prozessen und den Transfermöglichkeiten. Methodisch setzen wir vor allem auf qualitative Verfahren, die wir durch Sekundärdatenanalysen und Online-Befragungen der Teilnehmenden und Arbeitgeber*innen ergänzen.

Mit der Evaluation schaffen wir eine fundierte Grundlage, um Zielerreichung, Wirkungen und Entwicklungsbedarfe des Projekts systematisch sichtbar zu machen. Wir arbeiten heraus, welche Bedarfe bei Teilnehmenden und Arbeitgeber*innen bestehen, welche Angebote wirksam greifen und an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht. So unterstützen wir die gezielte Weiterentwicklung des Projekts, schärfen seine Wirkungslogik und schaffen eine belastbare Basis für Transfer und langfristige Wirkung.

Raising Europe’s Stars

„Raising Europe’s Stars“ ist ein transnationales Jugendprojekt, das junge Menschen zusammenbringt und sie dazu anregt, sich mit europäischer Politik, demokratischen Prozessen und gemeinsamen Werten auseinanderzusetzen. In einem mehrstufigen Lernformat befassen sich die Teilnehmenden zunächst in lokalen Gruppen mit der Europäischen Union und ihren Strukturen. In regionalen Workshops schlüpfen sie anschließend erstmals in die Rolle politischer Entscheidungsträger*innen, bevor sie in einer internationalen Hauptveranstaltung – einem dreitägigen Planspiel im rheinland-pfälzischen Landtag – politische Debatten zu Themen wie dem Green Deal oder europäischer Sicherheit führen. Das Projekt verbindet klassische politische Bildung mit innovativen Methoden wie Rollenspielen, Peer-Learning und interkulturellem Austausch.

Wir führen die summative Evaluation des Projekts durch. Grundlage dafür sind die Theory of Change entsprechend dem „Kultur wirkt!“-Ansatz des Goethe-Instituts sowie der Most Significant Change-Ansatz. Ziel der Evaluation ist die Überprüfung der Zielerreichung auf Output- und Outcome-Ebene, die Erhebung kurzfristiger Wirkungen bei den Zielgruppen sowie die Plausibilitätsdarstellung langfristiger Wirkungen bei den Zielgruppen und auf gesellschaftlicher Ebene. Die Datenerhebung erfolgt durch die Kombination qualitativer und quantitativer Methoden, darunter Interviews und Fokusgruppen mit Projektverantwortlichen und -mitarbeitenden, Mentor*innen sowie Peer-to-Peer-Interviews und eine Online-Umfrage mit Jugendlichen.

Die Evaluation schafft eine fundierte Grundlage, um die Zielerreichung des Projekts systematisch zu überprüfen und Wirkungen auf unterschiedlichen Ebenen sichtbar zu machen. Durch die Verbindung verschiedener methodischer Zugänge werden sowohl die Perspektiven der beteiligten Fachkräfte als auch die Erfahrungen der Jugendlichen einbezogen. So entsteht ein differenziertes Bild der erreichten Outputs und Outcomes sowie der längerfristigen Wirkpotenziale des Projekts.

Europäische Demokratiehauptstadt (ECoD)

Die ECoD gemeinnützige GmbH wurde 2021 von der Innovation in Politics Institute GmbH gegründet, um Demokratie in Europa zu stärken. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die jährliche Auszeichnung einer Europäischen Demokratiehauptstadt. Gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und einer Bürger*innen-Jury gestaltet die jeweilige Titelträgerstadt ein Demokratiejahr mit einer breiten Palette an Aktivitäten und Veranstaltungen. Nach den ersten beiden Demokratiehauptstädten Barcelona und Wien sollte eine Grundlage für die systematische Evaluation der Wirkungen und Prozesse des Programms geschaffen werden.

Gemeinsam mit dem ECoD-Programmteam in Wien haben wir dafür die konzeptionellen Grundlagen für eine zukünftige Evaluation erarbeitet. Im Rahmen von Dokumentenanalysen und Entwicklungsworkshops wurden zentrale Ziele, Annahmen und Wirkungszusammenhänge des Programms herausgearbeitet und in eine strukturierte Wirkungslogik überführt. Darauf aufbauend wurde ein Evaluationskonzept entwickelt, das die relevanten Wirkungsdimensionen und mögliche Zugänge für die künftige Begleitung des Programms beschreibt.

Im Ergebnis liegt eine fundierte Grundlage vor, um die Wirkungen und Prozesse der Europäischen Demokratiehauptstadt systematisch und nachvollziehbar zu erfassen. Die entwickelte Wirkungslogik schafft Klarheit über die Zielstruktur des Programms, während das Evaluationskonzept eine praxisnahe Orientierung für die zukünftige Evaluation weiterer Demokratiehauptstädte bietet.

(Dis)solutions – (Auf)lösungen

Das Projekt (Dis)solutions/(Auf)lösungen – Dekoloniale Begegnungen des Goethe-Instituts rückt Osteuropa und Zentralasien als Regionen mit besonderer postkolonialer Prägung in den Fokus. In den kulturellen Szenen und zivilgesellschaftlichen Initiativen dieser Regionen finden sich vielfältige dekoloniale Ansätze, die bislang jedoch meist innerhalb nationaler Grenzen verbleiben – Grenzen, die selbst oftmals kolonialen Ursprungs sind. Zugleich fehlt es marginalisierten Perspektiven auf Themen wie Identität, Geschichte, Sprache oder kulturelles Erbe an Sichtbarkeit und öffentlicher Plattform. Aufbauend auf einer ersten Phase im Jahr 2023, in der post- und dekoloniale Praktiken in Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft kartiert wurden, entstand ein Konzept für zwei Folgephasen. Im Zentrum der zweiten Phase stand ein von drei Kuratorinnen entwickeltes Residenzprogramm, gefolgt von einer dritten Phase, in der drei ausgewählte Künstler*innen einen Grant zur Umsetzung einer aus der Residenz entstandenen Idee erhielten. Die Goethe-Institute Ukraine und Kasachstan führten das Projekt durch.

In der Evaluation richteten wir den Blick auf die zweite und dritte Phase des Projekts. Das Residenzprogramm lud Künstler*innen aus zwölf Ländern zu Residenzreisen bzw. Kurzaufenthalten in mehreren Ländern Osteuropas und Zentralasiens ein. So konnten zwischen 2024 und 2025 insgesamt 19 Künstler*innen an vier Reisen in acht Länder teilnehmen. Lokale Organisationen begleiteten die Aufenthalte, ermöglichten Zugänge zu Archiven, Museen und Kulturszenen und unterstützten die Auseinandersetzung mit den jeweiligen postkolonialen Realitäten.Die Teilnahme an der Konferenz der RUTA Association in der Ukraine sowie eine englischsprachige Podcast-Reihe ergänzten das Programm. In der Evaluation untersuchten wir, inwiefern das Projekt zum übergeordneten Ziel beitrug, den Austausch Europas mit der Welt zu fördern. Dabei betrachteten wir insbesondere die kulturpolitische Bedeutung des Projekts mit Fokus auf dekoloniale Begegnungen in Osteuropa und Zentralasien sowie die Arbeitsweisen und Formate, mit denen diese Begegnungen ermöglicht werden. Methodisch arbeiteten wir mit qualitativen Interviews, Fokusgruppen mit beteiligten Künstler*innen und Host-Organisationen, inhaltlichen Analysen der Podcast-Reihe und einer Netzwerkanalyse.

Die Evaluation schafft eine Grundlage, um die kulturpolitische Bedeutung des Projekts, seine Arbeitsweise und die Qualität der ermöglichten Begegnungen systematisch einzuordnen. Sie macht sichtbar, wie dekoloniale Perspektiven, transregionale Austauschprozesse und neue Verbindungen zwischen Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft durch das Projekt gestärkt werden. Zugleich liefert sie eine fundierte Basis für Lern- und Entwicklungsprozesse und unterstützt die Weiterentwicklung von Formaten, die dekoloniale Begegnungen über nationale und historisch geprägte Grenzen hinweg ermöglichen.