SEEDS

Sicherheit in Österreich umfasst nicht nur wirtschaftliche Stabilität sowie Schutz vor Kriminalität, Terrorismus, Pandemien oder Katastrophen, sondern auch staatliche Souveränität und gelebte demokratische Werte und Freiheiten. Die Geistige Landesverteidigung (GLV) ist als Teil der umfassenden Landesverteidigung im Bundesverfassungsgesetz verankert und betont die Verteidigung der Demokratie als zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Politische Bildung an Schulen spielt dabei eine Schlüsselrolle, da sie ein breites Demokratieverständnis vermittelt und sicherheitspolitische Fragen verständlich macht. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt SEEDS (Security Education by Empowering Democratic Strength) setzt hier an: Es zielt auf die Weiterentwicklung eines zeitgemäßen Verständnisses der Geistigen Landesverteidigung ab und entwickelt spezifische Vermittlungsmethoden der politischen Bildung für die Sekundarstufe I und II. Ziel ist es, Schüler*innen zu befähigen, Demokratie aktiv mitzugestalten und demokratische Werte reflektiert zu vertreten.

Im ersten Schritt erfolgte eine strukturierte Bedarfsanalyse, um bestehende Zugänge, Herausforderungen und Wahrnehmungen der geistigen Landesverteidigung im Bildungskontext systematisch zu erfassen. Diese basierte auf umfassender Desk Research sowie qualitativen und partizipativen Erhebungen mit Schüler*innen, Lehrkräfte und Expert*innen aus Bildung und Sicherheit.
Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurde ein praxisnahes Verständnis der geistigen Landesverteidigung im Sinne der politischen Bildung herausgearbeitet – insbesondere in Bezug auf (fehlende) Inhalte, Vermittlungsformate und strukturelle Rahmenbedingungen. Darauf aufbauend entwickeln wir ein Toolkit für Lehrkräfte, das zentrale GLV-Themen alters- und zielgruppengerecht für Sekundarstufe I/II vermittelt. Dabei sichern partizipative Methoden wie gemeinsame Validierungen mit Lehrkräften oder Pilotierungen in Schulklassen die Anwendbarkeit und Praxistauglichkeit.

Das Toolkit bietet einen niederschwelligen und praktischen Zugang zu Themen der Geistigen Landesverteidigung für den Unterricht. Es vermittelt Wissen und Handlungskompetenz, damit Schüler*innen Demokratie kritisch reflektieren sowie verantwortungsvoll verteidigen können. So entsteht eine Verbindung zwischen der Geistigen Landesverteidigung und der politischen Bildung im Sinne einer aktiven Stärkung und des nachhaltigen Schutzes der Demokratie.

 

Neue Staatsoper: Musiktheater für junges Publikum in Wien

Mit der Eröffnung des Französischen Saals als neuer Spielstätte der Wiener Staatsoper ab 2024/25 entstand ein eigener Raum für Musiktheaterangebote für junges Publikum. Die Szene in Wien ist vielfältig, reicht von großen und mittleren Häusern bis zur Freien Szene, doch nur wenige Institutionen widmen sich ausschließlich Musiktheater für junges Publikum. Das Benchmarking zielte darauf ab, das bestehende Angebot systematisch zu erfassen, Vergleichbarkeit herzustellen und programmatische Entscheidungen für die neue Spielstätte fundiert vorzubereiten.

Im Zentrum stand eine umfassende Bestandsaufnahme und Analyse des Musiktheaterangebots für junges Publikum in Wien in der Spielzeit 2022/23. Dazu wurden Spielpläne und Programmdaten relevanter Spielstätten ausgewertet, zentrale Vergleichskategorien systematisch definiert und Vertreter*innen ausgewählter Häuser qualitativ befragt. Untersucht wurden unter anderem Spielstätten und Produktionsformate, Ziel- und Altersgruppen, Häufigkeit und Bepreisung von Veranstaltungen, Auslastung, Inhalte und Ästhetiken, Vermittlungsangebote sowie Kommunikations- und Outreach-Strategien.

Das Benchmarking ergab eine differenzierte Übersicht über die Musiktheaterangebote für junges Publikum in Wien und machte sichtbar, wo Lücken bestehen und welche Potenziale es gibt. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen bilden eine zentrale Grundlage für die Programmierung der neuen Spielstätte. So konnten wir die Wiener Staatsoper dabei unterstützen, ein profilbildendes, zielgruppengerechtes und ergänzendes Angebot für junges Publikum zu gestalten.

SoPHIA

Im Rahmen des Horizon 2020-Projekts SoPHIA entwickelten wir gemeinsam mit unseren europäischen Partner*innen ein ganzheitliches Modell zur Folgenabschätzung für historische, ökologische und kulturelle Stätten in Europa, um damit die Auswirkungen von Interventionen im Kulturerbe sichtbar machen zu können. Die soziale Plattform des Projekts brachte Forschungsgemeinschaften, Praktiker*innen, öffentliche und private Akteur*innen sowie politische Entscheidungsträger*innen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zusammen. Damit stärkte SoPHIA den europäischen Kulturerbe-Sektor und schaffte Grundlagen für eine nachhaltige und qualitätsgesicherte Kulturerbe-Politik.

Im Projekt analysierten wir Forschungsliteratur, politische Programme und praktische Erfahrungen und identifizierten zentrale Themen, Lücken und Herausforderungen der Folgenabschätzung im Kulturerbe. Darauf aufbauend kartierten wir Good Practices zu Wirkungs- und Qualitätserfassung von Interventionen in wirtschaftlicher, sozialer, ökologischer und kultureller Hinsicht und entwickelten ein Folgenabschätzungsmodell, das an unterschiedlichen europäischen Kulturerbestätten (u. a. MuseumsQuartier Wien und Jüdischer Friedhof Wien) getestet und schrittweise verbessert wurde. Ergänzend entstand ein Toolkit für Praktiker*innen und andere Stakeholder mit Empfehlungen und Qualitätsstandards sowie Leitlinien für einen EU-Aktionsplan zu Förderprogrammen, Forschung und öffentlichen Maßnahmen. Dabei wurden europäische Stakeholder im Bereich des Kulturerbes in allen Phasen des Projekts miteingebunden.

SoPHIA schärfte den Blick dafür, wie Interventionen im Kulturerbe in den definierten Dimensionen wirken. Zusammen mit unseren Partner*innen lieferten wir ein erprobtes Folgenabschätzungsmodell, ein praxisnahes Toolkit mit Empfehlungen und Standards sowie Leitlinien für EU-Programme und Kulturpolitik, die den Kulturerbe-Sektor befähigen, Wirkungen systematisch zu berücksichtigen und Qualität langfristig zu sichern.

 

 

SoPHIA wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ finanziert und wurde von Anfang 2020 bis Ende 2021 zusammen mit folgenden Partnerorgansiationen umgesetzt: Universitá degli Studi Roma 3 – UNIROMA3 (Hauptpartner), Interarts, Stichting European Museum Academy – EMA, Nationale Technische Universität Athen – NTUA, Dún Laoghaire Institut für Kunst, Design & Technologie – IADT und Institut für Entwicklung und internationale Beziehungen – IRMO.


Bild: CC unsplash/Alhambra, Granada, Spain by Marco Montero Pisani, CC BY-SA 3.0, zugeschnitten vom Original