WUK Werkstätten- und Kulturhaus

Das WUK Werkstätten- und Kulturhaus in Wien zählt zu den größten soziokulturellen Zentren Europas und wird jährlich von rund 200.000 Menschen besucht. Um mehr über sein Publikum zu erfahren – wer kommt, was es bewegt und wie es das Angebot wahrnimmt – hat das WUK EDUCULT mit einer umfassenden Publikumsbefragung beauftragt.

EDUCULT entwickelte dafür in Abstimmung mit dem Auftraggeber einen zweisprachigen Online-Fragebogen. Die Fragen richteten sich an die Wahrnehmung und Nutzung des WUK Kulturbetriebs insgesamt, darüber hinaus wurden spezifische Fragen für die WUK Sparten Musik, Performing Arts, Kinderkultur und Musik sowie Kunsthalle Exnergasse aufgenommen. Die Befragung wurde mit dem Motto „Let’s talk about WUK, Baby…“ über Newsletter, Social Media, Plakate und Postkarten verbreitet und war über knapp 6 Wochen zugänglich.

Die erhobenen Daten wurden statistisch ausgewertet und in einem Validierungsworkshop gemeinsam mit dem WUK-Team diskutiert, um verschiedene Perspektiven in die Interpretation einzubeziehen und Schlussfolgerungen für die praktische Arbeit und strategische Publikumsentwicklung zu gewinnen. Die Ergebnisse wurden in einem Bericht aufbereitet.


Bild: Bulbul – Platzkonzerte 2024

Baden-Württemberg-STIPENDIUM

Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM der Baden-Württemberg Stiftung fördert seit 2001 den internationalen Austausch von Studierenden und jungen Berufstätigen. Mit dem Stipendium wird sowohl jungen Menschen aus Baden-Württemberg ermöglicht, einige Zeit im Ausland zu verbringen, als auch ausländischen Stipendiatinnen und Stipendiaten, Baden-Württemberg kennenzulernen. Jedes Jahr bekommen rund 1.500 Personen ein Stipendium. 2026 feiert das Programm sein 25-jähriges Bestehen.

Im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung führt EDUCULT eine unabhängige Evaluation des Programms durch. Ziel ist eine fundierte Analyse der Programmentwicklung der vergangenen zehn Jahre sowie die Ableitung strategischer Empfehlungen für die Zukunft. Dabei wird geprüft, inwieweit das Programm seinem Auftrag gerecht wurde und wie es sich inhaltlich und strukturell weiterentwickelt hat. Die Evaluation identifiziert Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale und formuliert Handlungsempfehlungen für die inhaltliche Weiterentwicklung sowie die Optimierung interner Prozesse.

Die Evaluation folgt einem mehrstufigen, theoriegeleiteten Mixed-Methods-Design, das Wirkungsanalyse, Prozessbewertung und strategische Weiterentwicklung integriert. Ausgangspunkt ist die Entwicklung einer Theory of Change, die die Wirklogik des Programms rekonstruiert und als verbindlichen Referenzrahmen für Datenerhebung, Bewertung und Empfehlungen dient. Die Datenerhebung umfasst quantitative Online-Befragungen von Stipendiatinnen und Stipendiaten, Alumni sowie Hochschulvertreterinnen und -vertretern, leitfadengestützte Interviews und Fokusgruppen mit zentralen Stakeholdern sowie eine vergleichende Analyse anderer Stipendienprogramme. Im Rahmen von Workshops zur Zieleentwicklung, zur Analyse von Stärken und Herausforderungen (SWOT) sowie zur Validierung binden wir Mitarbeitende des Stipendiums aktiv in die Evaluation ein.

Spartenübergreifende Kunstvermittlung in St. Pölten

Die Begleitforschung zur Zusammenarbeit des KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst St. Pölten, des Kunstlabor BrucknerUni der Anton Bruckner Privatuniversität (ABU) und der Musikschule St. Pölten untersucht Erfahrungen der spartenübergreifenden Kunstvermittlung mit Kindern. Ein explorativer, qualitativer Zugang erlaubt es, unterschiedlichen Dimensionen kindlicher Erfahrung Raum zu geben und sich diesen wissenschaftlich anzunähern. Erfasst werden Erfahrungen, die Kinder in einzelnen Workshopsettings machen, wobei insbesondere Verschränkungen von Musik mit Objekten zeitgenössischer Kunst und bildnerischem Gestalten im Vordergrund stehen. Dazu wird folgende übergeordnete Fragestellung in den Blick genommen: Inwiefern reichern Verschränkungen von Kunstsparten künstlerische Prozesse an? Welche Erfahrungen zeigen sich?

EDUCULT hat dazu den qualitativen Forschungsansatz der phänomenologischen Vignettenforschung gewählt, um einzelne Erfahrungen von Kindern in den Blick zu nehmen und zu beschreiben. Die Vignetten bilden exemplarische Momente der Workshops ab, die Rückschlüsse auf übergreifende Erfahrungen sowie Hinweise zur Verschränkung der Kunstsparten zulassen. Insbesondere folgende Aspekte wurden herausgearbeitet: Prozesshaftigkeit, das Material als Impulsgeber, spartenübergreifende Verschränkungen sowie die Beziehungsebene im dialogischen Geschehen. Darüber hinaus wurden diese im Austausch mit Akteur*innen des KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst, des Kunstlabor BrucknerUni sowie der Musikschule und Stadt St. Pölten reflektiert und damit Anregungen zu Lern- und Weiterentwicklungsprozessen geschaffen.

Die Ergebnisse fließen in die Institutionalisierung der kombinierten Musik- und Kunstschulpädagogik in St. Pölten, sowie der Weiterentwicklung von Vermittlungsformaten im KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst und Kunstlabor BrucknerUni ein.

Yemen Creative Hubs II

Die Yemen Creative Hubs sind ein von der Europäischen Union finanziertes Kooperationsprojekt zwischen sechs Partnern in und außerhalb Jemens zur Unterstützung der Zivilgesellschaft und des Kultursektors im Jemen. Als Lead-Partner implementiert das Goethe-Institut das Projekt seit 2022 gemeinsam mit der Basement Cultural Foundation in Sana’a, der Aden Again Cultural Foundation, Madarat in Mukalla/Hadramout, Your ECHO und Yemen Art Base. Die zweite Projektphase begann im April 2024 und läuft bis 2028. Sie baut auf den in der ersten Phase entwickelten Kompetenzen, Netzwerken und Reichweiten auf und setzt zusätzlich einen stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeitsstrategien, die eine längerfristige Stärkung der entstandenen Infrastruktur in den jeweiligen Kontexten ermöglichen sollen. Ziel des Projekts ist es, die kulturelle Infrastruktur im Jemen durch Capacity-Building-Maßnahmen und den Aufbau von Creative Hubs in vier Städten und Regionen zu stärken. Ergänzend sollen begleitende Aktivitäten und Nachhaltigkeitsstrategien wie Art Resilience Stores dazu beitragen, Kulturschaffende und Künstler*innen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen und den Kultursektor insgesamt zu fördern.

In der Zwischenevaluation bauen wir auf den Erkenntnissen aus der Evaluation der ersten Projektphase (Yemen Creative Hubs) auf. So lassen sich Entwicklungen, Fortschritte und Anpassungsbedarfe über die Projektphasen hinweg systematisch nachzeichnen. Die Zwischenevaluation der zweiten Phase konzentriert sich nun auf die zwischen 2024 und 2026 umgesetzten Aktivitäten und bisher erreichten Ergebnisse. Wir untersuchen den aktuellen Projektfortschritt einschließlich der bisher erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategien und ermitteln Anpassungsbedarfe und Nachschärfungspotenziale, um die Projektpartner bei der Erreichung der angestrebten Wirkungen systematisch zu unterstützen. Dafür wählen wir einen Mixed-Methods-Ansatz, bei dem bestehende Monitoringdaten mit qualitativer Datenerhebung verbunden werden. Dazu führen wir Interviews mit Projektpartner*innen und Diskussionsgruppen mit Zielgruppen der Hubs, insb. Künstler*innen und Kulturschaffenden im Jemen durch.

Die Zwischenevaluation schafft eine fundierte Grundlage, um den bisherigen Projektverlauf der zweiten Phase einzuordnen und den Stand der angestrebten Wirkungen sichtbar zu machen. Sie liefert Erkenntnisse zum Fortschritt der Capacity-Building-Maßnahmen, zur Nutzung und Bedeutung der aufgebauten Infrastruktur sowie zur Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategien. Auf dieser Basis können Anpassungsbedarfe frühzeitig identifiziert und Nachschärfungen vorgenommen werden, um die Projektpartner in der weiteren Umsetzung bis 2028 gezielt zu unterstützen.

RISE Bookselling

RISE Bookselling (Resilience, Innovation and Sustainability for the Enhancement of Bookselling) zielt darauf ab, den Buchhandel sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig zu gestalten sowie seine Anpassungsfähigkeit an zukünftige Trends und Herausforderungen zu stärken. Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, die Rolle der Buchhandlungen bei der Förderung von Lesekompetenz von Kindern (insbesondere zwischen 9 und 15 Jahren) und der Freude am Lesen zu stärken. RISE Bookselling ist ein Projekt der European and International Booksellers Federation (EIBF) und wird vom Programm Creative Europe der Europäischen Union kofinanziert. In diesem Rahmen wurden wir mit der Entwicklung des RISE Reading Promotion Toolkits für Buchhandlungen beauftragt. Ziel des Toolkits ist es, Buchhändler*innen praxisnahe, anwendungsorientierte Ressourcen zur Förderung von Lesemotivation und Lesekompetenz von Kindern bereitzustellen sowie zugleich politische Handlungsbedarfe zu identifizieren, um den Sektor wirksamer zu unterstützen.

Die Entwicklung des Toolkits basiert auf einem umfassenden Forschungsprozess, der unter anderem eine systematische Auswertung bestehender Fachliteratur, Berichte und Daten zur Lesekompetenz und Leseförderung umfasst. Buchhändler*innen, Leseförderinitiativen und -organisationen, NGOs sowie Bildungspartner*innen bringen ihre Perspektiven im Rahmen qualitativer Interviews ein, die in 20 ausgewählten Mitgliedsländern des RISE-Netzwerks durchgeführt werden. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten fokussieren sich auf die Lesekompetenz von Kindern im Alter von 9 bis 15 Jahren, da diese Altersgruppe als besonders entscheidend für die Entwicklung und Aufrechterhaltung nachhaltiger Lesegewohnheiten gilt. Dabei werden sozioökonomische Rahmenbedingungen und genderspezifische Perspektiven berücksichtigt.

Das RISE Reading Promotion Toolkit wird praxisorientierte Handlungsempfehlungen für Buchhandlungen und Fachkräfte, die mit jungen Leser*innen arbeiten, mit strategischen politischen Empfehlungen verbinden. Es umfasst vier zentrale Bestandteile:

  • einen Bericht zu Lesekompetenz, Leseverhalten und Leseeinstellungen von Kindern im Alter von 9–15 Jahren, der auf bestehender Literatur basiert und zentrale Erkenntnisse, Trends und Forschungslücken aufzeigt,
  • einen Katalog umsetzbarer Good-Practice-Beispiele mit besonderem Fokus auf Initiativen, die Jungen erfolgreich ansprechen,
  • eine praxisnahe Checkliste für Buchhändler*innen mit unterschiedlichen Erfahrungsniveaus und Kapazitäten,
  • sowie eine Übersicht über politische Handlungsbedarfe und entsprechende Empfehlungen.

Lese- und Schriftsprachkompetenzen spielen eine grundlegende Rolle beim Zugang zu Wissen und Bildung, ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe und stärken die demokratische Resilienz, indem sie kritisches Denken, Empathie und Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinformation fördern. Auf dieser Grundlage unterstützt das Toolkit Buchhändler*innen international darin, junge Menschen zum Lesen zu animieren und dadurch eine wichtige Basis für Wissen, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.

 

Netzwerktreffen der Popularmusikbranche

Mit „Spotlight – Netzwerktreffen der Popularmusikbranche in Regensburg & Oberpfalz wurde zwischen April 2025 und Februar 2026 ein Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Perspektiven in der regionalen Musikszene geschaffen. Ein Konsortium aus dem Verband für Popkultur in Bayern, musicBYwomen*, dem Forum Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg, dem Bezirk Oberpfalz sowie dem Kulturamt und der Kreativbehörde der Stadt Regensburg setzte dazu vier Netzwerktreffen um. Das im Rahmen der Infrastrukturförderung der Initiative Musik und mit finanzieller Beteiligung der Konsortiumpartner*innen realisierte Projekt richtete sich an Akteur*innen vor, hinter und auf der Bühne – darunter Künstler*innen, Produzent*innen, Veranstalter*innen, Managements, Labels, Journalist*innen, Foto- und Videograf*innen sowie Techniker*innen aus Regensburg und der Oberpfalz.

Die Netzwerktreffen verfolgten das Ziel, den Austausch und die Vernetzung innerhalb der Popularmusikbranche in der Region zu stärken und zugleich inhaltliche Impulse zur Professionalisierung und Förderung zu setzen. Gemeinsam mit blooom führten wir eine begleitende Bedarfsanalyse durch. Mittels einer Befragung, vier Fokusgruppen und teilnehmenden Beobachtungen konnten die strukturellen, finanziellen und organisatorischen Unterstützungsbedarfe in der Region systematisch erfasst werden.

Die Ergebnisse der Analyse bilden eine fundierte Grundlage für die evidenzbasierte Weiterentwicklung bestehender und zukünftiger Förder- und Unterstützungsangebote. Sie zeigen auf, welche Bedarfe Akteur*innen der Popularmusikbranche in Regensburg und der Oberpfalz formulieren und welche strukturellen Voraussetzungen für ihre nachhaltige Stärkung erforderlich sind. Damit schafft das Projekt eine wichtige Wissensbasis für die strategische Weiterentwicklung regionaler Unterstützungsstrukturen.

Unterstützung von Kunst- und Kulturschaffenden

In dieser Evaluation führen wir die Erkenntnisse aus drei Projekten des Goethe-Instituts zusammen, die Kunst- und Kulturschaffende in illiberalen Kontexten und Diaspora unterstützen. Space for Freedom and Feminism in Bangalore (Indien) schafft und unterstützt gemeinschaftliche Räume als Plattformen für Wissensaustausch und Netzwerkbildung und zielt darauf, Frauen, geschlechtliche Minderheiten und marginalisierte Menschen darin zu bestärken, historisch verwehrte Räume in Kunst und Kulturarbeit zu reklamieren. Dealing in Distance in Südostasien (Indonesien, Philippinen, Vietnam) bringt südostasiatische Künstler*innen und Diaspora-Künstler*innen in Deutschland in Fokusgruppen, Netzwerktreffen und Residenzen zusammen, um Identität im Spannungsfeld von Migration und Heimat künstlerisch zu erkunden und neue Verbindungen zu schaffen. Die Kulturgarage in Alexandria (Ägypten) bietet in einem historischen Luftschutzbunker nahe dem Goethe-Institut Alexandria für jeweils drei bis acht Wochen einen kurzfristigen Arbeits-, Fortbildungs- und Veranstaltungsraum für Künstler*innen aller Sparten und soll damit die lokale Kulturszene stärken.

Im Mittelpunkt der Evaluation stand die Frage, ob und wie diese drei Projekte zur Stärkung von Kunst- und Kulturschaffenden sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen beitragen. Untersucht wurden sowohl unmittelbare Ergebnisse als auch dauerhaftere Wirkungen sowie der Beitrag des Goethe-Instituts zur Förderung kultureller Szenen und zivilgesellschaftlicher Strukturen. Methodisch arbeiteten wir mit Interviews und fokusgruppen sowie der Situationsanalyse nach Adele Clarke, um die Vielfalt und Komplexität der Projekte angemessen abzubilden und formale wie informelle Strukturen, Akteur*innenkonstellationen, Diskurse und institutionelle Rahmenbedingungen systematisch in den Blick zu nehmen.

Die Evaluation schafft eine Grundlage für vergleichende Erkenntnisse über Wirkungsweisen, Bedingungen und Herausforderungen der drei Projekte.
So werden informelle Machtverhältnisse, institutionelle Rahmenbedingungen und divergierende Deutungen sichtbar und es wird eine fundierte Basis für vergleichende Erkenntnisse und Transferempfehlungen geschaffen.

Kulturentwicklung an der Steirischen Eisenstraße

Mehrere Gesprächsrunden regionaler Kulturverantwortlicher im Bezirk Leoben gaben den Impuls für ein LEADER-Projekt zur Stärkung der Kulturregion Steirische Eisenstraße. Ziel ist es, das kulturelle Leben in den Gemeinden strategisch weiterzuentwickeln, sichtbarer zu machen und die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Genregrenzen hinweg zu vertiefen. Gleichzeitig entstehen erste Grundlagen für eine mögliche Bewerbung als Kulturdrehscheibe im Rahmen der Kulturstrategie 2030 des Landes Steiermark.

Zu Beginn des Prozesses setzten wir eine Bedarfs- und Potenzialanalyse um. Sie macht die Stärken, Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsfelder der Kulturregion sichtbar. Darauf aufbauend moderieren wir Entwicklungsworkshops, in denen konkrete Maßnahmen vereinbart werden. Im Weiteren begleiten wir die Umsetzung von Kulturforen, zu denen alle Kulturverantwortlichen der Region eingeladen sind. Zudem wird der Informationstransfer für Gemeinden und Kulturschaffende durch regelmäßige externe Inputs (z. B. zu Förderungen oder Kooperationsangeboten) unterstützt. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die Entwicklung definierter thematischer Schwerpunkte der Gemeinden und Pilotmaßnahmen zur stärkeren Präsenz von Kultur im öffentlichen und digitalen Raum über Gemeinde- und Genregrenzen hinweg.

Konkret entwickeln wir ein Konzept zur strukturellen Optimierung der Kulturarbeit. Die Pilotmaßnahmen sowie regelmäßige Kulturtreffen als Austausch- und Lernformate verbessern die strategische Abstimmung in der Region nachhaltig. Es entsteht ein gemeinsam getragenes Verständnis regionaler Kulturziele und eine klare Profilierung der Steirischen Eisenstraße als lebendige Kulturregion.

Fit für den deutschen Arbeitsmarkt (FIMA)

Fit für den deutschen Arbeitsmarkt (FIMA) begleitet Schüler*innen und junge Erwachsene aus Mexiko, Kolumbien und Brasilien in der Erwerbs- und Ausbildungsmigration nach Deutschland. Ziel des Projekts ist es, die Teilnehmenden sprachlich auf das Alltags- und Arbeitsleben in Deutschland vorzubereiten und sie beim Erwerb der dafür notwendigen Zertifikate zu unterstützen. Dazu gehören kostenlose Sprachkurse inklusive Sprachprüfung auf den Niveaus A1 und A2, landeskundliche und interkulturelle Vorbereitung, Bewerbungstrainings, Hausaufgabenbetreuung, fachliche Begleitung durch die Bundesagentur für Arbeit und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) sowie Angebote des Alumniportal Deutschland.

In der begleitenden Evaluation überprüfen wir die Zielerreichung auf Output- und Outcome-Ebene und erfassen kurzfristige Wirkungen bei der Zielgruppe. Darüber hinaus erarbeiten wir eine Plausibilitätsdarstellung langfristiger Wirkungen auf die Zielgruppe und auf gesellschaftlicher Ebene. Dafür führen wir eine Bedarfsanalyse der Teilnehmenden und Arbeitgeber*innen durch. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Projektaufbau, der Projektstruktur, den laufenden Prozessen und den Transfermöglichkeiten. Methodisch setzen wir vor allem auf qualitative Verfahren, die wir durch Sekundärdatenanalysen und Online-Befragungen der Teilnehmenden und Arbeitgeber*innen ergänzen.

Mit der Evaluation schaffen wir eine fundierte Grundlage, um Zielerreichung, Wirkungen und Entwicklungsbedarfe des Projekts systematisch sichtbar zu machen. Wir arbeiten heraus, welche Bedarfe bei Teilnehmenden und Arbeitgeber*innen bestehen, welche Angebote wirksam greifen und an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht. So unterstützen wir die gezielte Weiterentwicklung des Projekts, schärfen seine Wirkungslogik und schaffen eine belastbare Basis für Transfer und langfristige Wirkung.

Sport-Freunde

„Sport-Freunde“ ist ein Projekt von „Fremde werden Freunde“, das mit niedrigschwelligen, kostenfreien Sportangeboten mit psychosozialen Elementen Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte anspricht. In Wien und Linz werden Sport- und Freizeitangebote in Schulen sowie außerschulisch umgesetzt – mit diversen Sportarten wie Basketball, Thai-Boxing, Aerobic, Fußball, Laufen oder Schach.

Wir evaluieren, inwiefern die Projektziele erreicht wurden und welche Wirkungen das Projekt auf die Zielgruppen hat. Dazu wird das bestehende Wirkungsmodell kritisch reflektiert und weiterentwickelt. Basierend auf einer quantitativen Vorher- und Nachher-Befragung werden Wirkungen auf die Teilnehmenden abgeleitet. Ergänzt wird das Evaluationsdesign durch qualitative Methoden wie teilnehmende Beobachtungen, Fokusgruppen mit Teilnehmenden sowie Stakeholder-Interviews.

Die Evaluation zeigt, welche Effekte die Sportformate entfalten – auf Teilhabe, soziale Integration, Gemeinschaftsbildung und individuelle Resilienz. Sie liefert evidenzbasierte Erkenntnisse darüber, wie niedrigschwellige Sportangebote nachhaltig zu psychosozialer Stabilisierung und sozialem Zusammenhalt beitragen.