WUK Werkstätten- und Kulturhaus

Das WUK Werkstätten- und Kulturhaus in Wien zählt zu den größten soziokulturellen Zentren Europas und wird jährlich von rund 200.000 Menschen besucht. Um mehr über sein Publikum zu erfahren – wer kommt, was es bewegt und wie es das Angebot wahrnimmt – hat das WUK EDUCULT mit einer umfassenden Publikumsbefragung beauftragt.

EDUCULT entwickelte dafür in Abstimmung mit dem Auftraggeber einen zweisprachigen Online-Fragebogen. Die Fragen richteten sich an die Wahrnehmung und Nutzung des WUK Kulturbetriebs insgesamt, darüber hinaus wurden spezifische Fragen für die WUK Sparten Musik, Performing Arts, Kinderkultur und Musik sowie Kunsthalle Exnergasse aufgenommen. Die Befragung wurde mit dem Motto „Let’s talk about WUK, Baby…“ über Newsletter, Social Media, Plakate und Postkarten verbreitet und war über knapp 6 Wochen zugänglich.

Die erhobenen Daten wurden statistisch ausgewertet und in einem Validierungsworkshop gemeinsam mit dem WUK-Team diskutiert, um verschiedene Perspektiven in die Interpretation einzubeziehen und Schlussfolgerungen für die praktische Arbeit und strategische Publikumsentwicklung zu gewinnen. Die Ergebnisse wurden in einem Bericht aufbereitet.


Bild: Bulbul – Platzkonzerte 2024

Spartenübergreifende Kunstvermittlung in St. Pölten

Die Begleitforschung zur Zusammenarbeit des KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst St. Pölten, des Kunstlabor BrucknerUni der Anton Bruckner Privatuniversität (ABU) und der Musikschule St. Pölten untersucht Erfahrungen der spartenübergreifenden Kunstvermittlung mit Kindern. Ein explorativer, qualitativer Zugang erlaubt es, unterschiedlichen Dimensionen kindlicher Erfahrung Raum zu geben und sich diesen wissenschaftlich anzunähern. Erfasst werden Erfahrungen, die Kinder in einzelnen Workshopsettings machen, wobei insbesondere Verschränkungen von Musik mit Objekten zeitgenössischer Kunst und bildnerischem Gestalten im Vordergrund stehen. Dazu wird folgende übergeordnete Fragestellung in den Blick genommen: Inwiefern reichern Verschränkungen von Kunstsparten künstlerische Prozesse an? Welche Erfahrungen zeigen sich?

EDUCULT hat dazu den qualitativen Forschungsansatz der phänomenologischen Vignettenforschung gewählt, um einzelne Erfahrungen von Kindern in den Blick zu nehmen und zu beschreiben. Die Vignetten bilden exemplarische Momente der Workshops ab, die Rückschlüsse auf übergreifende Erfahrungen sowie Hinweise zur Verschränkung der Kunstsparten zulassen. Insbesondere folgende Aspekte wurden herausgearbeitet: Prozesshaftigkeit, das Material als Impulsgeber, spartenübergreifende Verschränkungen sowie die Beziehungsebene im dialogischen Geschehen. Darüber hinaus wurden diese im Austausch mit Akteur*innen des KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst, des Kunstlabor BrucknerUni sowie der Musikschule und Stadt St. Pölten reflektiert und damit Anregungen zu Lern- und Weiterentwicklungsprozessen geschaffen.

Die Ergebnisse fließen in die Institutionalisierung der kombinierten Musik- und Kunstschulpädagogik in St. Pölten, sowie der Weiterentwicklung von Vermittlungsformaten im KinderKunstLabor für zeitgenössische Kunst und Kunstlabor BrucknerUni ein.

Yemen Creative Hubs II

Die Yemen Creative Hubs sind ein von der Europäischen Union finanziertes Kooperationsprojekt zwischen sechs Partnern in und außerhalb Jemens zur Unterstützung der Zivilgesellschaft und des Kultursektors im Jemen. Als Lead-Partner implementiert das Goethe-Institut das Projekt seit 2022 gemeinsam mit der Basement Cultural Foundation in Sana’a, der Aden Again Cultural Foundation, Madarat in Mukalla/Hadramout, Your ECHO und Yemen Art Base. Die zweite Projektphase begann im April 2024 und läuft bis 2028. Sie baut auf den in der ersten Phase entwickelten Kompetenzen, Netzwerken und Reichweiten auf und setzt zusätzlich einen stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeitsstrategien, die eine längerfristige Stärkung der entstandenen Infrastruktur in den jeweiligen Kontexten ermöglichen sollen. Ziel des Projekts ist es, die kulturelle Infrastruktur im Jemen durch Capacity-Building-Maßnahmen und den Aufbau von Creative Hubs in vier Städten und Regionen zu stärken. Ergänzend sollen begleitende Aktivitäten und Nachhaltigkeitsstrategien wie Art Resilience Stores dazu beitragen, Kulturschaffende und Künstler*innen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen und den Kultursektor insgesamt zu fördern.

In der Zwischenevaluation bauen wir auf den Erkenntnissen aus der Evaluation der ersten Projektphase (Yemen Creative Hubs) auf. So lassen sich Entwicklungen, Fortschritte und Anpassungsbedarfe über die Projektphasen hinweg systematisch nachzeichnen. Die Zwischenevaluation der zweiten Phase konzentriert sich nun auf die zwischen 2024 und 2026 umgesetzten Aktivitäten und bisher erreichten Ergebnisse. Wir untersuchen den aktuellen Projektfortschritt einschließlich der bisher erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategien und ermitteln Anpassungsbedarfe und Nachschärfungspotenziale, um die Projektpartner bei der Erreichung der angestrebten Wirkungen systematisch zu unterstützen. Dafür wählen wir einen Mixed-Methods-Ansatz, bei dem bestehende Monitoringdaten mit qualitativer Datenerhebung verbunden werden. Dazu führen wir Interviews mit Projektpartner*innen und Diskussionsgruppen mit Zielgruppen der Hubs, insb. Künstler*innen und Kulturschaffenden im Jemen durch.

Die Zwischenevaluation schafft eine fundierte Grundlage, um den bisherigen Projektverlauf der zweiten Phase einzuordnen und den Stand der angestrebten Wirkungen sichtbar zu machen. Sie liefert Erkenntnisse zum Fortschritt der Capacity-Building-Maßnahmen, zur Nutzung und Bedeutung der aufgebauten Infrastruktur sowie zur Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategien. Auf dieser Basis können Anpassungsbedarfe frühzeitig identifiziert und Nachschärfungen vorgenommen werden, um die Projektpartner in der weiteren Umsetzung bis 2028 gezielt zu unterstützen.

ReIMAGINE

Im Erasmus+ Projekt ReIMAGINE untersuchen wir, wie Europa an die eigene Vergangenheit erinnert, um zu einem (Re-)Imaginieren von pluralistischem europäischem Gedenken beizutragen.. Im Mittelpunkt stehen künstlerische Praktiken als gemeinsames Werkzeug, um dominante Erinnerungsnarrative zu hinterfragen und Räume für Reflexion und Partizipation zu schaffen.

Gemeinsam mit Partner*innenorganisationen aus Österreich, Italien, Portugal, Serbien und Zypern verbinden wir künstlerische, bildungspolitische und erinnerungskulturelle Perspektiven. Wir setzen eine partizipative Bedarfsanalyse mit Akteur*innen aus Kunst, Bildung und Erinnerungskultur um. Auf Basis dieser Ergebnisse entwickeln wir eine digitale Plattform für kollektives Erinnern, die pluralistische Gedenkpraktiken durch künstlerische Zugänge, Geschichten und Videos aus allen fünf Partner*innenländern vereint und sichtbar macht. Zusätzlich entsteht ein interaktives Schulungs-Toolkit zu inklusivem Erinnern für Pädagog*innen, Kulturvermittler*innen und Kunstschaffende. Die dort enthaltenen praktischen Methoden zur Einbindung kunstbasierter Gedenkformen in politischer Bildung und Erwachsenenbildung erproben wir in gemeinsamen Trainingsformaten und nationalen Pilotprojekten. Die darauf basierende Weiterentwicklung stellt eine praktische Anwendung sicher. Zusätzlich finden zur Vernetzung von Multiplikator*innen nationale und internationale Veranstaltungen statt.

In ReIMAGINE ergründen wir gemeinsam mit den Partner*innenorganisationen praxisnahe Methoden, die kunstbasierte Formen des Erinnerns direkt in politische Bildung und Erwachsenenbildung einbinden. Durch unsere Outputs stärken wir gemeinsam zivilgesellschaftliches Engagement, fördern aktive demokratische Teilhabe fördern und leisten einen Beitrag zu einer inklusiveren europäischen Erinnerungskultur.

Wir laden insbesondere Pädagog*innen, Kunst- und Kulturschaffende sowie politische Entscheidungsträger*innen ein, an den kommenden Projektaktivitäten teilzunehmen. Aktuelle Informationen stehen im Newsletter oder auf unseren Social-Media-Kanälen.

Kofinanziert von der Europäischen Union und dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS).

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.

Kaleidoscope

Das Erasmus+ Projekt haben wir gemeinsam mit Visual Voices (Zypern), Skills Elevation FHB (Deutschland), ALO Ísland (Island), Future in Perspective Ltd (Irland) und E. C. S. H. (Portugal) im Februar 2025 initiiert. Vor dem Hintergrund zunehmender sozialer Isolation, belastender Fluchterfahrungen und Identitätskonflikte bei jungen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen setzt das Projekt an der Frage an, wie Zugehörigkeit, Teilhabe und sozialer Zusammenhalt in Europa gestärkt werden können. Aufbauend auf den Erkenntnissen des preisgekrönten Projekts Young Thespians schafft Kaleidoscope sichere, inklusive und kreative Räume für junge Menschen, insbesondere für jene mit Migrationserfahrungen.

Im Verlauf von 24 Monaten bündeln wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen Erfahrungen und Expertise aus Forschung und Kultureller Bildung, um kreative und partizipative Ansätze für die Jugendarbeit weiterzuentwickeln. Im Zentrum stehen dabei mehrere miteinander verbundene Bausteine:

  • das ABEE-Trainingsprogramm (Art-Based Engagement Ethnography), das die Kompetenzen von Fachkräften in der Jugendarbeit im Bereich kultureller Sensibilität und traumasensibler Praxis stärkt
  • ein gemeinsames Kunst-Toolkit, das durch die Perspektiven und Erfahrungen junger Menschen mit vielfältigen kulturellen Hintergründen geprägt ist und non-formale Lernmethoden in den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Theater und Kreatives Schreiben bietet
  • Kurator*innen-Guides, um junge Menschen in ihrer Führungsrolle zu stärken und ihnen Kompetenzen im Bereich Veranstaltungsorganisation zu vermitteln
  • Kaleidoscope-Festivals in Österreich, Zypern, Deutschland, Island, Irland und Portugal zu organisieren, bei denen Teilnehmer*innen ihre künstlerischen Ausdrucksformen präsentieren und interkulturellen Dialog anstoßen können
  • ein transnationales Training Event in Zypern, bei der Fachkräfte der Jugendarbeit zusammenkommen, um Good Practices auszutauschen und ein starkes Unterstützungsnetzwerk für neu zugewanderte Jugendliche aufzubauen.

Mit Kaleidoscope wollen wir durch kulturellen Austausch und gegenseitiges Verständnis Brücken zwischen neu angekommenen und etablierten Communitys bauen und so den sozialen Zusammenhalt in Europa stärken. Der Fokus auf Ko-Kreation und Partizipation fördert die kreativen Potenziale junger Menschen und macht ihre Perspektiven sichtbar. Die Aktivitäten laufen bis 2027 in allen Partnerländern und münden in lokale Festivals sowie in eine europäische Abschlusskonferenz in Wien, bei der die Vielfalt und Schönheit interkultureller Erfahrungen von Jugendlichen im Mittelpunkt stehen.

 

Join the Journey

Für Updates, Anfragen oder um an kommenden Projektaktivitäten teilzunehmen, besuchen Sie uns: Kaleidoscope auf seiner Website, Facebook oder Instagram, oder tragen Sie sich für unseren Kaleidoscope-Newsletter ein.

Das Projekt wird durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union unterstützt.

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden. Project Nr.: 2024-2-AT01-KA220-YOU-000292245

 

 

Politik im Freien Theater

„Politik im Freien Theater“ ist ein Theaterfestival der Bundeszentrale für politische Bildung, das alle drei Jahre in Kooperation mit lokalen Bühnen und der Freien Szene stattfindet und jeweils ein Schwerpunktthema (so zuletzt Reich, Macht und Grenzen) in künstlerischen und diskursiven Formaten verhandelt. Ziel der Evaluationen und Befragungen war es, Struktur, Erfahrungen und Wahrnehmungen des Publikums sichtbar zu machen und die Weiterentwicklung des Festivals zu unterstützen. Primäre Zielgruppen waren Festivalbesucher*innen sowie die Veranstalter*innen und beteiligte Partner*innen, die mit den Ergebnissen strategisch weiterarbeiten.

Über mehrere Festivalausgaben hinweg entwickelten und verfeinerten wir ein Befragungs- und Evaluationsdesign, das Papier- und digitale Fragebögen mit ergänzenden qualitativen Elementen verbindet. Pro Ausgabe haben wir – je nach Bedarf – unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, etwa:

  • Fokus auf die Besucher*innenstruktur, Reichweite und Zugänge
  • Fokus auf die Wahrnehmung des jeweiligen Mottos und dessen Verbindung zu künstlerischen und diskursiven Formaten
  • Fokus auf die Wahrnehmung der Kooperationen und Besucher*innen des Regionalprogramms
  • Vertiefende Fragen zur Verbindung von politischer und kultureller Bildung, Teilhabeerfahrungen und Festivalprofil

Die Auswertungen lieferten Einblicke in Zusammensetzung und Motivation des Publikums, die Wahrnehmung des Festivalprofils und die Bewertung einzelner Programmbestandteile. Mit unseren Empfehlungen und Handlungsoptionen unterstützten wir die Bundeszentrale für politische Bildung und die Festivalpartner*innen dabei, „Politik im Freien Theater“ so weiterzuentwickeln, dass politische Bildung über das Festivalprogramm noch zugänglicher und wirksamer gestaltet werden kann.

Netzwerktreffen der Popularmusikbranche

Mit „Spotlight – Netzwerktreffen der Popularmusikbranche in Regensburg & Oberpfalz wurde zwischen April 2025 und Februar 2026 ein Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Perspektiven in der regionalen Musikszene geschaffen. Ein Konsortium aus dem Verband für Popkultur in Bayern, musicBYwomen*, dem Forum Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg, dem Bezirk Oberpfalz sowie dem Kulturamt und der Kreativbehörde der Stadt Regensburg setzte dazu vier Netzwerktreffen um. Das im Rahmen der Infrastrukturförderung der Initiative Musik und mit finanzieller Beteiligung der Konsortiumpartner*innen realisierte Projekt richtete sich an Akteur*innen vor, hinter und auf der Bühne – darunter Künstler*innen, Produzent*innen, Veranstalter*innen, Managements, Labels, Journalist*innen, Foto- und Videograf*innen sowie Techniker*innen aus Regensburg und der Oberpfalz.

Die Netzwerktreffen verfolgten das Ziel, den Austausch und die Vernetzung innerhalb der Popularmusikbranche in der Region zu stärken und zugleich inhaltliche Impulse zur Professionalisierung und Förderung zu setzen. Gemeinsam mit blooom führten wir eine begleitende Bedarfsanalyse durch. Mittels einer Befragung, vier Fokusgruppen und teilnehmenden Beobachtungen konnten die strukturellen, finanziellen und organisatorischen Unterstützungsbedarfe in der Region systematisch erfasst werden.

Die Ergebnisse der Analyse bilden eine fundierte Grundlage für die evidenzbasierte Weiterentwicklung bestehender und zukünftiger Förder- und Unterstützungsangebote. Sie zeigen auf, welche Bedarfe Akteur*innen der Popularmusikbranche in Regensburg und der Oberpfalz formulieren und welche strukturellen Voraussetzungen für ihre nachhaltige Stärkung erforderlich sind. Damit schafft das Projekt eine wichtige Wissensbasis für die strategische Weiterentwicklung regionaler Unterstützungsstrukturen.

Unterstützung von Kunst- und Kulturschaffenden

In dieser Evaluation führen wir die Erkenntnisse aus drei Projekten des Goethe-Instituts zusammen, die Kunst- und Kulturschaffende in illiberalen Kontexten und Diaspora unterstützen. Space for Freedom and Feminism in Bangalore (Indien) schafft und unterstützt gemeinschaftliche Räume als Plattformen für Wissensaustausch und Netzwerkbildung und zielt darauf, Frauen, geschlechtliche Minderheiten und marginalisierte Menschen darin zu bestärken, historisch verwehrte Räume in Kunst und Kulturarbeit zu reklamieren. Dealing in Distance in Südostasien (Indonesien, Philippinen, Vietnam) bringt südostasiatische Künstler*innen und Diaspora-Künstler*innen in Deutschland in Fokusgruppen, Netzwerktreffen und Residenzen zusammen, um Identität im Spannungsfeld von Migration und Heimat künstlerisch zu erkunden und neue Verbindungen zu schaffen. Die Kulturgarage in Alexandria (Ägypten) bietet in einem historischen Luftschutzbunker nahe dem Goethe-Institut Alexandria für jeweils drei bis acht Wochen einen kurzfristigen Arbeits-, Fortbildungs- und Veranstaltungsraum für Künstler*innen aller Sparten und soll damit die lokale Kulturszene stärken.

Im Mittelpunkt der Evaluation stand die Frage, ob und wie diese drei Projekte zur Stärkung von Kunst- und Kulturschaffenden sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen beitragen. Untersucht wurden sowohl unmittelbare Ergebnisse als auch dauerhaftere Wirkungen sowie der Beitrag des Goethe-Instituts zur Förderung kultureller Szenen und zivilgesellschaftlicher Strukturen. Methodisch arbeiteten wir mit Interviews und fokusgruppen sowie der Situationsanalyse nach Adele Clarke, um die Vielfalt und Komplexität der Projekte angemessen abzubilden und formale wie informelle Strukturen, Akteur*innenkonstellationen, Diskurse und institutionelle Rahmenbedingungen systematisch in den Blick zu nehmen.

Die Evaluation schafft eine Grundlage für vergleichende Erkenntnisse über Wirkungsweisen, Bedingungen und Herausforderungen der drei Projekte.
So werden informelle Machtverhältnisse, institutionelle Rahmenbedingungen und divergierende Deutungen sichtbar und es wird eine fundierte Basis für vergleichende Erkenntnisse und Transferempfehlungen geschaffen.

Kulturentwicklung an der Steirischen Eisenstraße

Mehrere Gesprächsrunden regionaler Kulturverantwortlicher im Bezirk Leoben gaben den Impuls für ein LEADER-Projekt zur Stärkung der Kulturregion Steirische Eisenstraße. Ziel ist es, das kulturelle Leben in den Gemeinden strategisch weiterzuentwickeln, sichtbarer zu machen und die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Genregrenzen hinweg zu vertiefen. Gleichzeitig entstehen erste Grundlagen für eine mögliche Bewerbung als Kulturdrehscheibe im Rahmen der Kulturstrategie 2030 des Landes Steiermark.

Zu Beginn des Prozesses setzten wir eine Bedarfs- und Potenzialanalyse um. Sie macht die Stärken, Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsfelder der Kulturregion sichtbar. Darauf aufbauend moderieren wir Entwicklungsworkshops, in denen konkrete Maßnahmen vereinbart werden. Im Weiteren begleiten wir die Umsetzung von Kulturforen, zu denen alle Kulturverantwortlichen der Region eingeladen sind. Zudem wird der Informationstransfer für Gemeinden und Kulturschaffende durch regelmäßige externe Inputs (z. B. zu Förderungen oder Kooperationsangeboten) unterstützt. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die Entwicklung definierter thematischer Schwerpunkte der Gemeinden und Pilotmaßnahmen zur stärkeren Präsenz von Kultur im öffentlichen und digitalen Raum über Gemeinde- und Genregrenzen hinweg.

Konkret entwickeln wir ein Konzept zur strukturellen Optimierung der Kulturarbeit. Die Pilotmaßnahmen sowie regelmäßige Kulturtreffen als Austausch- und Lernformate verbessern die strategische Abstimmung in der Region nachhaltig. Es entsteht ein gemeinsam getragenes Verständnis regionaler Kulturziele und eine klare Profilierung der Steirischen Eisenstraße als lebendige Kulturregion.

Das relevante Museum

Das Programm richtet sich an Museumsteams in Deutschland, der Schweiz und Österreich und schafft einen Rahmen für Austausch, gemeinsames Lernen und die Weiterentwicklung museumsbezogener Praxis. Es wird getragen von der NORDMETALL-Stiftung, Hamburg und der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur.

In der Evaluation untersuchten wir unter anderem den bisherigen Programmverlauf, den Mehrwert für die Teilnehmenden und die Museen, den Kompetenzaufbau sowie die Förderung von Innovation in der Museumsarbeit. Unsere Arbeit unterstützte die gemeinsame Reflexion und diente zugleich der strategischen Wirkungsorientierung der beteiligten Stiftungen. Methodisch arbeiteten wir mit Interviews und Fokusgruppen mit Programmbeteiligten sowie mit einer Onlinebefragung aller bisherigen Teilnehmenden.

Mit der Evaluation schaffen wir eine Grundlage, um die Entwicklung des Programms, seinen Nutzen für die beteiligten Museumsteams und seine innovationsfördernde Wirkung systematisch einzuordnen. Sie unterstützt die gemeinsame Reflexion der Programmbeteiligten und liefert zugleich Erkenntnisse für die strategische Weiterentwicklung und Wirkungsorientierung des Programms.

Der Evaluationsbericht ist online verfügbar.