Yemen Creative Hubs II

Die Yemen Creative Hubs sind ein von der Europäischen Union finanziertes Kooperationsprojekt zwischen sechs Partnern in und außerhalb Jemens zur Unterstützung der Zivilgesellschaft und des Kultursektors im Jemen. Als Lead-Partner implementiert das Goethe-Institut das Projekt seit 2022 zusammen mit der Basement Cultural Foundation in Sana’a, der Aden Again Cultural Foundation, Madarat in Mukalla/Hadramout, Your ECHO und Yemen Art Base. Die zweite Projektphase begann im April 2024 und läuft noch bis 2028. Sie baut auf den in der ersten Phase entwickelten Kompetenzen, Netzwerken und Reichweiten auf und setzt zusätzlich einen stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeitsstrategien, die eine längerfristige Stärkung der entstandenen Infrastruktur in den jeweiligen Kontexten ermöglichen sollen. Ziel des Projekts ist es, durch Capacity Buildings, Infrastruktur in Form der Creative Hubs in vier Städten und Regionen, sowie begleitende Aktivitäten und Nachhaltigkeitsstrategien wie Art Resilience Stores zu einer Stärkung individueller Kulturschaffender und Künstler*innen sowie zivilgesellschaftlicher Organisationen und des Kultursektors im Jemen beizutragen.

EDUCULT konnte bereits die erste Phase der Yemen Creative Hubs evaluieren. Die Zwischenevaluation der zweiten Phase konzentriert sich nun auf die zwischen 2024-2026 umgesetzten Aktivitäten und bisher erreichten Ergebnisse. Sie untersucht den aktuellen Projektfortschritt inklusive bisher erarbeiteter Nachhaltigkeitsstrategien und ermittelt Anpassungsbedarfe und Nachschärfungspotentiale, um die Projektpartner bei der Erreichung der angestrebten Wirkungen systematisch zu unterstützen. Dafür wird ein mixed-methods Ansatz gewählt, bei dem bestehende Monitoringdaten mit qualitativer Datenerhebung verbunden werden. Dazu werden Interviews mit Projektpartnern geführt und Diskussionsgruppen mit Zielgruppen im Jemen durchgeführt. 

ReIMAGINE

Im Erasmus+ Projekt ReIMAGINE untersuchen wir, wie Europa an die eigene Vergangenheit erinnert, um zu einem (Re-)Imaginieren von pluralistischem europäischem Gedenken beizutragen.. Im Mittelpunkt stehen künstlerische Praktiken als gemeinsames Werkzeug, um dominante Erinnerungsnarrative zu hinterfragen und Räume für Reflexion und Partizipation zu schaffen.

Gemeinsam mit Partner*innenorganisationen aus Österreich, Italien, Portugal, Serbien und Zypern verbinden wir künstlerische, bildungspolitische und erinnerungskulturelle Perspektiven. Wir setzen eine partizipative Bedarfsanalyse mit Akteur*innen aus Kunst, Bildung und Erinnerungskultur um. Auf Basis dieser Ergebnisse entwickeln wir eine digitale Plattform für kollektives Erinnern, die pluralistische Gedenkpraktiken durch künstlerische Zugänge, Geschichten und Videos aus allen fünf Partner*innenländern vereint und sichtbar macht. Zusätzlich entsteht ein interaktives Schulungs-Toolkit zu inklusivem Erinnern für Pädagog*innen, Kulturvermittler*innen und Kunstschaffende. Die dort enthaltenen praktischen Methoden zur Einbindung kunstbasierter Gedenkformen in politischer Bildung und Erwachsenenbildung erproben wir in gemeinsamen Trainingsformaten und nationalen Pilotprojekten. Die darauf basierende Weiterentwicklung stellt eine praktische Anwendung sicher. Zusätzlich finden zur Vernetzung von Multiplikator*innen nationale und internationale Veranstaltungen statt.

In ReIMAGINE ergründen wir gemeinsam mit den Partner*innenorganisationen praxisnahe Methoden, die kunstbasierte Formen des Erinnerns direkt in politische Bildung und Erwachsenenbildung einbinden. Durch unsere Outputs stärken wir gemeinsam zivilgesellschaftliches Engagement, fördern aktive demokratische Teilhabe fördern und leisten einen Beitrag zu einer inklusiveren europäischen Erinnerungskultur.

Wir laden insbesondere Pädagog*innen, Kunst- und Kulturschaffende sowie politische Entscheidungsträger*innen ein, an den kommenden Projektaktivitäten teilzunehmen. Aktuelle Informationen stehen im Newsletter oder auf unseren Social-Media-Kanälen.

Kofinanziert von der Europäischen Union und dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS).

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden.

Kaleidoscope

Das Erasmus+-Projekt „Kaleidoscope – Harnessing Art-based Engagement to Empower Young Migrants“ wurde im Februar 2025 von EDUCULT (Österreich) in Kooperation mit Visual Voices (Cyprus), Skills Elevation FHB (Germany), ALO Ísland (Iceland), Future in Perspective Ltd (Ireland) und E. C. S. H. (Portugal) ins Leben gerufen.

Brücken bauen zwischen Communitys durch künstlerischen Ausdruck

In ganz Europa stehen viele junge Menschen vor Herausforderungen wie Isolation, traumatischen Erfahrungen und Identitätskonflikten. Angesichts von weltweit über 117,3 Millionen gewaltsam vertriebenen Menschen ist die Unterstützung bei der Bewältigung emotionaler Herausforderungen und die Förderung von Zugehörigkeit und Teilhabe junger Menschen mit vielfältigen kulturellen Hintergründen – einschließlich jener mit Migrationserfahrungen – wichtiger denn je. Dieses Projekt setzt genau hier an und möchte der sozialen Isolation sowie den damit verbundenen Herausforderungen gezielt begegnen.

Das Projekt baut auf den Ergebnissen des preisgekrönten Projekts Young Thespians auf und soll jungen Menschen sichere, inklusive und kreative Räume öffnen, in denen sie sich mit ihrer Identität auseinandersetzen, traumatische Erfahrungen verarbeiten und wertvolle Beziehungen in ihren (neuen) Communitys aufbauen können.

Ein kreativer Ansatz für sozialen Zusammenhalt

Im Laufe von 24 Monaten bündeln alle Partnerorganisationen ihre Erfahrungen und ihr Expertise in den Bereichen Forschung und Kultureller Bildung, um:

  • das ABEE-Trainingsprogramm (Art-Based Engagement Ethnography) zu entwickeln, das die Kompetenzen von Fachkräften in der Jugendarbeit im Bereich kultureller Sensibilität und traumasensibler Praxis stärkt
  • ein gemeinsames Kunst-Toolkit zu entwickeln, das durch die Perspektiven und Erfahrungen junger Menschen mit vielfältigen kulturellen Hintergründen geprägt ist und non-formale Lernmethoden in den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Theater und Kreatives Schreiben bietet
  • Kurator*innen-Guides zu erstellen, um junge Menschen in ihrer Führungsrolle zu stärken und ihnen Kompetenzen im Bereich Veranstaltungsorganisation zu vermitteln.
  • Kaleidoscope-Festivals in Österreich, Zypern, Deutschland, Island, Irland und Portugal zu organisieren, bei denen Teilnehmer:innen ihre künstlerischen Ausdrucksformen präsentieren und interkulturellen Dialog anstoßen können.
  • ein transnationales Training Event in Zypern zu veranstalten, bei der Fachkräfte der Jugendarbeit zusammenkommen, um Good Practices auszutauschen und ein starkes Unterstützungsnetzwerk für neu zugewanderte Jugendliche aufzubauen.

 

Eine europäische Zusammenarbeit mit lokaler Wirkung

“Kaleidoscope” zielt darauf ab, durch kulturellen Austausch und gegenseitiges Verständnis Brücken zwischen neu angekommenen und etablierten Communitys zu bauen. Der Fokus auf Ko-Kreation und Partizipation fördert die kreativen Potenziale junger Menschen und stärkt gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt in Europa.

Die Aktivitäten laufen bis 2027 und finden in allen Partnerländern statt. Sie münden in lebendige lokale Festivals und eine europäische Abschlusskonferenz in Wien, bei der die Vielfalt und Schönheit interkultureller Erfahrungen von Jugendlichen sichtbar gemacht wird.

Join the Journey

Für Updates, Anfragen oder um an kommenden Projektaktivitäten teilzunehmen, besuchen Sie uns: Kaleidoscope auf seiner Website, Facebook oder Instagram, oder tragen Sie sich in unsere Mailingliste ein.

Das Projekt wird durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union unterstützt.

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorin oder des Autors bzw. der Autorinnen oder Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der OeAD-GmbH wider. Weder die Europäische Union noch die OeAD-GmbH können dafür verantwortlich gemacht werden. Project Nr.: 2024-2-AT01-KA220-YOU-000292245

Spotlight – Netzwerktreffen der Popularmusikbranche in Regensburg & Oberpfalz

Unter dem Titel „Spotlight – Netzwerktreffen der Popularmusikbranche in Regensburg & Oberpfalz“ hat ein Projektkonsortium aus Verband für Popkultur in Bayern, musicBYwomen*, dem Forum Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg, dem Bezirk Oberpfalz sowie dem Kulturamt und der Kreativbehörde der Stadt Regensburg zwischen April 2025 und Februar 2026 insgesamt vier Netzwerktreffen umgesetzt. Das Projekt fand im Rahmen der Infrastrukturförderung der Initiative Musik und finanzieller Beteiligung der Konsortiumpartner*innen statt und richtete sich an Akteur*innen vor, hinter und auf der Bühne, darunter Künstler*innen, Produzent*innen, Veranstalter*innen, Managements, Labels, Journalist*innen, Foto- und Videograf*innen sowie Techniker*innen aus der Region Regensburg und der Oberpfalz.

Die Netzwerktreffen verfolgten das Ziel, den Austausch und die Vernetzung innerhalb der Branche zu stärken und zugleich inhaltliche Impulse zur Professionalisierung und Förderung zu setzen. Ergänzend dazu hat EDUCULT gemeinsam mit blooom eine begleitende Bedarfsanalyse durchgeführt, die mittels einer Befragung, vier Fokusgruppen und teilnehmenden Beobachtungen systematisch erfassen sollte, welche strukturellen, finanziellen und organisatorischen Unterstützungsbedarfe in der Region bestehen. Die Ergebnisse dieser Analyse bildeten die Grundlage für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung bestehender und zukünftiger Förder- und Unterstützungsangebote.

Maßnahmen zur Unterstützung von Kunst- und Kulturschaffenden

In dieser Evaluation sollen die Erkenntnisse aus drei verschiedenen Projekten des Goethe-Instituts zusammengetragen werden:

• Space for Freedom and Feminism (Bangalore, Indien/Deutschland)
Das Projekt setzt progressives feministisches Denken in die Praxis um, indem es in Bangalore gemeinschaftliche „Spaces“ als Plattformen für Wissensaustausch und Netzwerkbildung schafft und unterstützt. Dabei sollen Frauen, geschlechtliche Minderheiten und marginalisierte Menschen bestärkt werden, historisch verwehrte Räume in Kunst und Ästhetik zu besetzen und zu reklamieren, wobei ein sicherer Raum für egalitäre, intersektionale und inklusiv-feministische Sichtweisen errichtet werden soll.

• Dealing in Distance (Südostasien – Indonesien, Philippinen, Vietnam/Deutschland)
Das partizipative Projekt bringt südostasiatische Künstler*innen und ihre Diaspora in Deutschland in Fokusgruppen, Netzwerktreffen sowie Residenzen (2025 in Indonesien, Philippinen und Vietnam) zusammen, um im künstlerischen Austausch Identität im Spannungsfeld von Migration und Heimat zu erkunden und neue Verbindungen zu schaffen. Abgeschlossen wird der Prozess durch ein mobiles Mini Festival in allen drei Ländern, das die entstandenen Arbeiten und Perspektiven sowie andere künstlerische Beiträge aus einem Open Call präsentiert.

• Kulturgarage (Alexandria, Ägypten) In einem historischen, Luftschutzbunker nahe dem Goethe-Institut Alexandria wird die Kulturgarage seit 2024 für je 3–8 Wochen als kurzfristiger Arbeits-, Fortbildungs- und Veranstaltungsraum für Künstler*innen aller Sparten, ähnlich einer Künstler*innen-Residenz, angeboten. Ausgestattet mit Büro, Bibliothek, multifunktionaler Halle und technischer Grundausstattung soll die Kulturgarage die lokale Kulturszene und ihre Widerstandsfähigkeit stärken.

Alle drei Projekte verfolgen das gemeinsame Ziel, Kunst- und Kulturschaffende sowie zivilgesellschaftliche Akteure zu unterstützen, die in illiberalen Kontexten tätig sind bzw. zur Diaspora gehören. Trotz dieses gemeinsamen Ziels unterscheiden sich die Projekte hinsichtlich ihrer Ansätze und Zielgruppen, um das übergeordnete Ziel der Unterstützung bestmöglich zu erreichen. Darüber hinaus sind die Projekte in unterschiedlichen regionalen Zusammenhängen angesiedelt. Im Mittelpunkt der Evaluation steht die Frage, ob und wie die drei genannten Teilprojekte in ihren jeweiligen Kontexten und Ansätzen zur Stärkung von Kunst- und Kulturschaffenden sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in ihren jeweiligen Umfeldern beitragen. Einerseits soll untersucht werden, welche unmittelbaren Ergebnisse die Projekte bereits erzielt haben, andererseits gilt es, Ansätze für eine dauerhafte Wirkung herauszuarbeiten. Zudem soll die Evaluation aufzeigen, inwiefern das Goethe-Institut mit seinen Maßnahmen und Projektaktivitäten generell dazu beiträgt, kulturelle Szenen und zivilgesellschaftliche Strukturen zu fördern.
Der methodische Ansatz nutzt die von Adele Clarke weiterentwickelte Situationsanalyse, um die Vielfalt und Komplexität aller drei Projekte abzubilden.

Dabei entstehen

1. Situationskarten, die zentrale Elemente (Akteur*innen, Diskurse, Orte, Regeln, Materialien) inventarisieren,

2. Soziale Welten & Arenen Karten, die diese Elemente nach Handlungswelten (z. B. lokale Szene, transnationale Netzwerke) und Konfliktlinien strukturieren,

3. Positionskarten, die verschiedene Standpunkte zu Schlüsselthemen (z. B. Freiheit, Empowerment, Resilienz) visualisieren.

Dieser flexible Ansatz macht informelle Machtverhältnisse, institutionelle Rahmen und divergierende Deutungen sichtbar und legt so eine solide Basis für vergleichende Erkenntnisse und Transferempfehlungen.

Kulturentwicklung an der Steirischen Eisenstraße

Mehrere Gesprächsrunden regionaler Kulturverantwortlicher im Bezirk Leoben gaben den Impuls für ein LEADER-Projekt zur Stärkung der Kulturregion Steirische Eisenstraße. Ziel ist es, das kulturelle Leben in den Gemeinden strategisch weiterzuentwickeln, sichtbarer zu machen und die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Genregrenzen hinweg zu vertiefen. Gleichzeitig entstehen erste Grundlagen für eine mögliche Bewerbung als Kulturdrehscheibe im Rahmen der Kulturstrategie 2030 des Landes Steiermark.

Zu Beginn des Prozesses setzten wir eine Bedarfs- und Potenzialanalyse um. Sie macht die Stärken, Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsfelder der Kulturregion sichtbar. Darauf aufbauend moderieren wir Entwicklungsworkshops, in denen konkrete Maßnahmen vereinbart werden. Im Weiteren begleiten wir die Umsetzung von Kulturforen, zu denen alle Kulturverantwortlichen der Region eingeladen sind. Zudem wird der Informationstransfer für Gemeinden und Kulturschaffende durch regelmäßige externe Inputs (z. B. zu Förderungen oder Kooperationsangeboten) unterstützt. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die Entwicklung definierter thematischer Schwerpunkte der Gemeinden und Pilotmaßnahmen zur stärkeren Präsenz von Kultur im öffentlichen und digitalen Raum über Gemeinde- und Genregrenzen hinweg.

Konkret entwickeln wir ein Konzept zur strukturellen Optimierung der Kulturarbeit. Die Pilotmaßnahmen sowie regelmäßige Kulturtreffen als Austausch- und Lernformate verbessern die strategische Abstimmung in der Region nachhaltig. Es entsteht ein gemeinsam getragenes Verständnis regionaler Kulturziele und eine klare Profilierung der Steirischen Eisenstraße als lebendige Kulturregion.

Das relevante Museum

„Das relevante Museum“ startete 2019 als zweitägiges Symposium in Hamburg. Seit 2020 wird es als kollaborativ konzipiertes Programm in Deutschland, Österreich und der Schweiz stetig weiterentwickelt. 2025 sind Mitarbeiter*innen aus 18 Museen teil des Programms. Jährlich wechselnde Expert*innen kuratieren Impulse, über digitale Kommunikationskanäle erfolgt kollegiale Beratung, zudem wird ein modularer Werkzeugkasten erarbeitet.

Evaluationsdesign

Die Fragestellungen beziehen sich unter anderem auf den bisherigen Programmverlauf, den Mehrwert für die Teilnehmenden und die Museen, den Kompetenzaufbau sowie die Förderung von Innovation in der Museumsarbeit. Die Evaluation soll die gemeinsame Reflexion unterstützen und der strategischen Wirkungsorientierung der Stiftungen dienlich sein.

Methoden

Neben Interviews und Fokusgruppen mit Programmbeteiligten wird sich eine Onlinebefragung an alle bisherigen Teilnehmenden richten.

KinderKunstLabor St. Pölten

Die Begleitforschung des KinderKunstLabor St.Pölten untersucht die Zuwendung von Kindern zu zeitgenössischer Kunst. Ein explorativer, qualitativer Zugang erlaubt es, den unterschiedlichen Dimensionen kindlicher Erfahrung Raum zu geben und sich diesen wissenschaftlich anzunähern. Erfasst werden Erfahrungen, die Kinder in einzelnen Ausstellungen des KinderKunstLabor machen, wobei insbesondere der Kontakt beziehungsweise das Beziehungsgeflecht zu und mit Kunstobjekten im Vordergrund steht. Dazu steht –übergreifend über alle empirischen Erhebungen der Begleitforschung – folgende Fragestellung im Vordergrund:

„Wie erfahren junge Kinder im KinderKunstLabor St. Pölten zeitgenössische Kunst und wie treten sie mit dieser in Verbindung?“

Der Anspruch von EDUCULT ist es, sowohl qualitative Forschungsmethoden zu wählen, die Erfahrungen von Kindern in den Blick nehmen, als auch jene, die kindzentrierte Perspektiven erfassen. Darüber hinaus
werden die Erkenntnisse in einem Austausch mit den Mitarbeiter*innen des KinderKunstLabor reflektiert und gegenseitige Anregungen zu Lern- und Weiterentwicklungsprozessen geschaffen.

(Dis)solutions/(Auf)lösungen – dekoloniale Begegnungen

Das Projekt (Dis)solutions/ (Auf)Lösungen – Dekoloniale Begegnungen des Goethe-Instituts rückt Osteuropa und Zentralasien als Regionen mit besonderer postkolonialer Prägung in den Fokus. In den dortigen kulturellen Szenen und zivilgesellschaftlichen Initiativen finden sich vielfältige dekoloniale Ansätze, die bislang jedoch meist innerhalb nationaler Grenzen verbleiben – Grenzen, die selbst oftmals kolonialen Ursprungs sind. Zugleich fehlt es marginalisierten Perspektiven auf Themen wie Identität, Geschichte, Sprache oder kulturelles Erbe an Sichtbarkeit und öffentlicher Plattform. Das Projekt wird von den Goethe-Instituten Ukraine sowie Kasachstan durchgeführt.

In einer ersten Phase 2023 wurden sechs Expert*innen aus Armenien, Estland, der Republik Moldau, der Ukraine, Kasachstan und Kirgisistan mit der Kartierung post- und dekolonialer Praktiken in Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft beauftragt. Auf Grundlage dieser Analyse entstand in Zusammenarbeit mit den Expert*innen ein Konzept für die Folgephase, welche im Zentrum der Evaluation steht. Drei Kuratorinnen entwickelten daraus ein Residenzprogramm, das Künstler*innen aus zwölf Ländern zu Residenzreisen bzw. Kurzaufenthalten in mehreren Ländern der genannten Regionen einlädt. So konnten zwischen 2024 und 2025 19 Künstler*innen an vier Reisen in insgesamt acht Länder teilnehmen. Vor Ort werden die Künstler*innen von lokalen Organisationen betreut, erhalten Zugang zu Archiven, Museen und Kulturszenen und setzen sich intensiv mit den jeweiligen postkolonialen Realitäten auseinander. Die Residenzen bieten Raum für künstlerische Reflexion, interdisziplinären Austausch und die Entwicklung neuer Werke. Begleitende Maßnahmen wie Workshop, die Teilnahme an der Konferenz der RUTA Association in der Ukraine (2024, 2025), sowie die Produktion einer englischsprachigen Podcast-Reihe ergänzen das Programm.

Die Evaluation untersucht, inwiefern das Projekt zum übergeordneten Ziel, einen Austausch Europas mit der Welt zu fördern, beitragen konnte. Insbesondere wird dabei die kulturpolitische Bedeutung des Projekts mit dem Fokus auf dekoloniale Begegnungen in den Regionen Osteuropa und Zentralasien untersucht, sowie die Arbeitsweise und Formate des Projekts, um diese Begegnungen zu ermöglichen. Entsprechend dem „kultur wirkt“-Ansatz des Goethe-Instituts bietet die Evaluation eine Grundlage für Lern- und Entwicklungsprozesse. Im Sinne eines dekolonialen Ansatzes werden neben der institutionellen und Projektperspektive insbesondere die individuellen Perspektiven Beteiligter ins Zentrum gerückt.
Im Rahmen der Evaluation werden qualitative Interviews mit Expert*innen und Stakeholdern aus den Regionen, Fokusgruppen mit beteiligten Künstler*innen und Host-Organisationen, inhaltliche Analysen der Podcast-Reihe sowie eine Netzwerkanalyse durchgeführt.

kulturen in bewegung

kulturen in bewegung, die Kulturabteilung des Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC), hat das Ziel, durch Kunst- und Kulturprojekte sowie Trainings einen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs über entwicklungspolitische Themen in Österreich zu leisten. Dabei wird besonderer Wert auf die Einbindung von Künstler*innen und Kulturschaffenden aus diasporischen, migrantischen und BiPoC Communities in Wien sowie aus dem sog. globalen Süden gelegt. Durch diese Projekte und Initiativen soll ein differenziertes Verständnis globaler Zusammenhänge gefördert werden.

Zentral ist dabei die Bewusstseinsbildung der österreichischen Zivilgesellschaft für globale Fragestellungen und die Förderung eines diversen Kulturverständnisses. Im Fokus steht die Stärkung interkultureller Begegnungen, die sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene den Dialog und Austausch befördern. Das Programm setzt dabei auf partizipative, repräsentationskritische und nachhaltige Ansätze und zielt darauf ab, die Prinzipien von Diversität, Inklusion und Solidarität in allen Aspekten der Arbeit zu verankern.

Die Evaluation bezieht sich auf die erste Hälfte des von der Austrian Development Agency geförderten fünfjährigen Rahmenprogramms (2022-2026) von kulturen in bewegung, wobei der Fokus auf den Projekten von 2024 liegt, welche noch weiter fortgeführt werden. Die Evaluation dient der Überprüfung der bisherigen Effektivität und Wirkung der Projekte und als Chance für die Weiterentwicklung des Programms.

Neben Interviews mit verschiedenen Stakeholdern des Programms, werden Interviews und Fokusgruppen mit Künstler*innen, Kulturschaffenden und Kooperationspartner*innen durchgeführt, außerdem werden mehrere Veranstaltungen durch teilnehmende Beobachtung begleitet. Dabei kommt u.a. die Appreciative Inquiry zum Einsatz, um Erfolge und Potentiale zu identifizieren, während eine SWOT-Analyse (Strenghts/ Weaknesses/ Opportunities/ Threats) Lernmöglichkeiten aufzeigen soll.