RISE Bookselling

„RISE Bookselling – Resilience, Innovation and Sustainability for the Enhancement of Bookselling“ zielt darauf ab, den Buchhandel sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig zu gestalten sowie seine Anpassungsfähigkeit an zukünftige Trends und Herausforderungen zu stärken. Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, die Rolle der Buchhandlungen bei der Förderung von Lesekompetenz und der Freude am Lesen zu stärken. RISE Bookselling ist ein Projekt der European and International Booksellers Federation (EIBF) und wird vom Programm Creative Europe der Europäischen Union kofinanziert.

In diesem Rahmen wurde EDUCULT mit der Entwicklung des RISE Reading Promotion Toolkits für Buchhandlungen beauftragt. Ziel des Toolkits ist es, Buchhändler*innen praxisnahe, anwendungsorientierte Ressourcen zur Förderung von Lesemotivation und Lesekompetenz bereitzustellen sowie zugleich politische Handlungsbedarfe zu identifizieren, um den Sektor wirksamer zu unterstützen.

Die Entwicklung des Toolkits basiert auf einem umfassenden Forschungsprozess, der unter anderem eine systematische Auswertung bestehender Fachliteratur, Berichte und Daten zur Lesekompetenz und Leseförderung umfasst. Buchhändler*innen, Leseförderinitiativen und -organisationen, NGOs sowie Bildungspartner bringen ihre Perspektiven im Rahmen qualitativer Interviews ein, die in 20 ausgewählten Mitgliedsländern des RISE-Netzwerks durchgeführt werden.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich auf die Lesekompetenz von Kindern im Alter von 9 bis 15 Jahren – einer Altersgruppe, die als besonders entscheidend für die Entwicklung und Aufrechterhaltung nachhaltiger Lesegewohnheiten gilt. Dabei werden sozioökonomische Rahmenbedingungen berücksichtigt. Zudem wird durchgängig eine Genderperspektive angewandt, mit besonderem Fokus auf Jungen, die nach wie vor überproportional betroffen sind, was zu einer anhaltenden Geschlechterkluft im Bereich der Lesekompetenz führt.

Lese- und Schriftsprachkompetenzen spielen eine grundlegende Rolle beim Zugang zu Wissen und Bildung, ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe und stärken die demokratische Resilienz, indem sie kritisches Denken, Empathie, informierte Bürgerschaft sowie Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinformation und Propaganda fördern.

Das RISE Reading Promotion Toolkit wird praxisorientierte Handlungsempfehlungen für Buchhandlungen und Fachkräfte, die mit jungen Leserinnen und Lesern arbeiten, mit strategischen politischen Empfehlungen verbinden.

Es umfasst vier zentrale Bestandteile:

  • einen Bericht zu Lesekompetenz, Leseverhalten und Leseeinstellungen von Kindern im Alter von 9–15 Jahren, der auf bestehender Literatur basiert und zentrale Erkenntnisse, Trends und Forschungslücken aufzeigt
  • einen Katalog umsetzbarer Good-Practice-Beispiele mit besonderem Fokus auf Initiativen, die Jungen erfolgreich ansprechen
  • eine praxisnahe Checkliste für Buchhändlerinnen und Buchhändler mit unterschiedlichen Erfahrungsniveaus und Kapazitäten
  • eine Übersicht über politische Handlungsbedarfe sowie entsprechende Empfehlungen

Maßnahmen zur Unterstützung von Kunst- und Kulturschaffenden

In dieser Evaluation sollen die Erkenntnisse aus drei verschiedenen Projekten des Goethe-Instituts zusammengetragen werden:

• Space for Freedom and Feminism (Bangalore, Indien/Deutschland)
Das Projekt setzt progressives feministisches Denken in die Praxis um, indem es in Bangalore gemeinschaftliche „Spaces“ als Plattformen für Wissensaustausch und Netzwerkbildung schafft und unterstützt. Dabei sollen Frauen, geschlechtliche Minderheiten und marginalisierte Menschen bestärkt werden, historisch verwehrte Räume in Kunst und Ästhetik zu besetzen und zu reklamieren, wobei ein sicherer Raum für egalitäre, intersektionale und inklusiv-feministische Sichtweisen errichtet werden soll.

• Dealing in Distance (Südostasien – Indonesien, Philippinen, Vietnam/Deutschland)
Das partizipative Projekt bringt südostasiatische Künstler*innen und ihre Diaspora in Deutschland in Fokusgruppen, Netzwerktreffen sowie Residenzen (2025 in Indonesien, Philippinen und Vietnam) zusammen, um im künstlerischen Austausch Identität im Spannungsfeld von Migration und Heimat zu erkunden und neue Verbindungen zu schaffen. Abgeschlossen wird der Prozess durch ein mobiles Mini Festival in allen drei Ländern, das die entstandenen Arbeiten und Perspektiven sowie andere künstlerische Beiträge aus einem Open Call präsentiert.

• Kulturgarage (Alexandria, Ägypten) In einem historischen, Luftschutzbunker nahe dem Goethe-Institut Alexandria wird die Kulturgarage seit 2024 für je 3–8 Wochen als kurzfristiger Arbeits-, Fortbildungs- und Veranstaltungsraum für Künstler*innen aller Sparten, ähnlich einer Künstler*innen-Residenz, angeboten. Ausgestattet mit Büro, Bibliothek, multifunktionaler Halle und technischer Grundausstattung soll die Kulturgarage die lokale Kulturszene und ihre Widerstandsfähigkeit stärken.

Alle drei Projekte verfolgen das gemeinsame Ziel, Kunst- und Kulturschaffende sowie zivilgesellschaftliche Akteure zu unterstützen, die in illiberalen Kontexten tätig sind bzw. zur Diaspora gehören. Trotz dieses gemeinsamen Ziels unterscheiden sich die Projekte hinsichtlich ihrer Ansätze und Zielgruppen, um das übergeordnete Ziel der Unterstützung bestmöglich zu erreichen. Darüber hinaus sind die Projekte in unterschiedlichen regionalen Zusammenhängen angesiedelt. Im Mittelpunkt der Evaluation steht die Frage, ob und wie die drei genannten Teilprojekte in ihren jeweiligen Kontexten und Ansätzen zur Stärkung von Kunst- und Kulturschaffenden sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen in ihren jeweiligen Umfeldern beitragen. Einerseits soll untersucht werden, welche unmittelbaren Ergebnisse die Projekte bereits erzielt haben, andererseits gilt es, Ansätze für eine dauerhafte Wirkung herauszuarbeiten. Zudem soll die Evaluation aufzeigen, inwiefern das Goethe-Institut mit seinen Maßnahmen und Projektaktivitäten generell dazu beiträgt, kulturelle Szenen und zivilgesellschaftliche Strukturen zu fördern.
Der methodische Ansatz nutzt die von Adele Clarke weiterentwickelte Situationsanalyse, um die Vielfalt und Komplexität aller drei Projekte abzubilden.

Dabei entstehen

1. Situationskarten, die zentrale Elemente (Akteur*innen, Diskurse, Orte, Regeln, Materialien) inventarisieren,

2. Soziale Welten & Arenen Karten, die diese Elemente nach Handlungswelten (z. B. lokale Szene, transnationale Netzwerke) und Konfliktlinien strukturieren,

3. Positionskarten, die verschiedene Standpunkte zu Schlüsselthemen (z. B. Freiheit, Empowerment, Resilienz) visualisieren.

Dieser flexible Ansatz macht informelle Machtverhältnisse, institutionelle Rahmen und divergierende Deutungen sichtbar und legt so eine solide Basis für vergleichende Erkenntnisse und Transferempfehlungen.

Kulturentwicklung an der Steirischen Eisenstraße

Mehrere Gesprächsrunden regionaler Kulturverantwortlicher im Bezirk Leoben gaben den Impuls für ein LEADER-Projekt zur Stärkung der Kulturregion Steirische Eisenstraße. Ziel ist es, das kulturelle Leben in den Gemeinden strategisch weiterzuentwickeln, sichtbarer zu machen und die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Genregrenzen hinweg zu vertiefen. Gleichzeitig entstehen erste Grundlagen für eine mögliche Bewerbung als Kulturdrehscheibe im Rahmen der Kulturstrategie 2030 des Landes Steiermark.

Zu Beginn des Prozesses setzten wir eine Bedarfs- und Potenzialanalyse um. Sie macht die Stärken, Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsfelder der Kulturregion sichtbar. Darauf aufbauend moderieren wir Entwicklungsworkshops, in denen konkrete Maßnahmen vereinbart werden. Im Weiteren begleiten wir die Umsetzung von Kulturforen, zu denen alle Kulturverantwortlichen der Region eingeladen sind. Zudem wird der Informationstransfer für Gemeinden und Kulturschaffende durch regelmäßige externe Inputs (z. B. zu Förderungen oder Kooperationsangeboten) unterstützt. Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die Entwicklung definierter thematischer Schwerpunkte der Gemeinden und Pilotmaßnahmen zur stärkeren Präsenz von Kultur im öffentlichen und digitalen Raum über Gemeinde- und Genregrenzen hinweg.

Konkret entwickeln wir ein Konzept zur strukturellen Optimierung der Kulturarbeit. Die Pilotmaßnahmen sowie regelmäßige Kulturtreffen als Austausch- und Lernformate verbessern die strategische Abstimmung in der Region nachhaltig. Es entsteht ein gemeinsam getragenes Verständnis regionaler Kulturziele und eine klare Profilierung der Steirischen Eisenstraße als lebendige Kulturregion.

kulturen in bewegung

kulturen in bewegung, die Kulturabteilung des Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC), hat das Ziel, durch Kunst- und Kulturprojekte sowie Trainings einen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs über entwicklungspolitische Themen in Österreich zu leisten. Dabei wird besonderer Wert auf die Einbindung von Künstler*innen und Kulturschaffenden aus diasporischen, migrantischen und BiPoC Communities in Wien sowie aus dem sog. globalen Süden gelegt. Durch diese Projekte und Initiativen soll ein differenziertes Verständnis globaler Zusammenhänge gefördert werden.

Zentral ist dabei die Bewusstseinsbildung der österreichischen Zivilgesellschaft für globale Fragestellungen und die Förderung eines diversen Kulturverständnisses. Im Fokus steht die Stärkung interkultureller Begegnungen, die sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene den Dialog und Austausch befördern. Das Programm setzt dabei auf partizipative, repräsentationskritische und nachhaltige Ansätze und zielt darauf ab, die Prinzipien von Diversität, Inklusion und Solidarität in allen Aspekten der Arbeit zu verankern.

Die Evaluation bezieht sich auf die erste Hälfte des von der Austrian Development Agency geförderten fünfjährigen Rahmenprogramms (2022-2026) von kulturen in bewegung, wobei der Fokus auf den Projekten von 2024 liegt, welche noch weiter fortgeführt werden. Die Evaluation dient der Überprüfung der bisherigen Effektivität und Wirkung der Projekte und als Chance für die Weiterentwicklung des Programms.

Neben Interviews mit verschiedenen Stakeholdern des Programms, werden Interviews und Fokusgruppen mit Künstler*innen, Kulturschaffenden und Kooperationspartner*innen durchgeführt, außerdem werden mehrere Veranstaltungen durch teilnehmende Beobachtung begleitet. Dabei kommt u.a. die Appreciative Inquiry zum Einsatz, um Erfolge und Potentiale zu identifizieren, während eine SWOT-Analyse (Strenghts/ Weaknesses/ Opportunities/ Threats) Lernmöglichkeiten aufzeigen soll.

Aller.Land – zusammen gestalten. Strukturen stärken.

Aller.Land ist ein sechsjähriges Förderprogramm für Kultur, Beteiligung und Demokratie in ländlichen, insbesondere strukturschwachen Regionen Deutschlands. Dabei stärkt das Programm beteiligungsorientierte Kulturentwicklung, indem Kultur, Demokratiearbeit, politische Bildung und Regionalentwicklung systematisch miteinander verknüpft werden. Das Programm unterstützte in einer ersten Phase 96 Regionen mit 40.000 € Entwicklungsbudgets. 30 ausgewählte Regionen erhalten in einer anschließenden fünfjährigen Umsetzungsphase eine Förderung von bis zu 1,5 Mio. €.

Gemeinsam mit dem Programmbüro und verantwortlichen Bundesministerien entwickeln wir ein übergreifendes Wirkungsmodell für Aller.Land, das die angestrebte Wirkung des Gesamtprogramms systematisiert. Zusätzlich begleiten wir die 30 Regionen in partizipativen Workshops bei der Entwicklung eigener Wirkmodelle. Diese beschreiben die 30 Projekte und erfassen regionale Zielsetzungen. So entstehen 30 Wirkmodelle, welche die Regionen bei der Umsetzung ihrer Arbeit über die kommenden Jahre unterstützen, und in das übergreifende Aller.Land Modell einfließen.

Damit sowohl die Regionen als auch das Gesamtprogramm die Wirkung ihrer Arbeit gut erfassen können, begleiten wir Programmbüro und Regionen auch bei der Erarbeitung von Indikatoren und Datenerhebungsinstrumenten. Diese machen die Erreichung von Zielen messbar machen und stellen ihre Wirkungen verständlich, einordnend und kommunizierbar dar. Die laufende Datenerhebung übernehmen Programmbüro und Regionen selbst; wir begleiten dies durch Workshop- und Reflexionsformate. Schließlich unterstützen wir das Programm bei der Zusammenführung, Analyse und Interpretation der erhobenen Daten.

Die Wirkungsmodellierung macht sichtbar, wie Aller.Land ländliche Regionen durch beteiligungsorientierte Kulturvorhaben stärkt. Zentrale Outputs sind ein übergreifendes Wirkmodell für Aller.Land inklusive Indikatoren und Instrumenten zur Datenerhebung sowie 30 regionale Wirkmodelle. Die aufbereitete Auswertung zeigt schließlich, welche konkreten Wirkungen das Bundesprogramm entfaltet hat. Dadurch unterstützen wir Aller.Land dabei, einen Beitrag zu den vier Programmziele zu leisten: mehr kulturelle Beteiligung, Zusammenarbeit in vielschichtigen Netzwerken, lebendiges demokratisches Miteinander und nachhaltige Strukturen für Beteiligung. 

 

 

Slow Touring

„Slow Touring“ ist ein Pilotprojekt des Goethe-Instituts, das nachhaltiges Reisen im Konzertbereich fördern soll. Das Projekt umfasst die Konzerttournee des in Berlin lebenden Künstlers LIE NING. Zwischen September und Oktober 2024 reist der Künstler und kleines Künstler*innenteam per Zug und Fähre in die Niederlande, nach Frankreich, Irland, Großbritannien und Belgien. Das Goethe-Institut Irland, das die Idee entwickelt hat, koordiniert das Projekt wird dabei von den Niederlassungen des Instituts in Amsterdam, Brüssel, Paris und London/Manchester unterstützt.

Slow Touring soll durch Entschleunigung auf der Reise und an den Veranstaltungsorten zu einer positiveren Umweltbilanz sowie zu intensiveren Erlebnissen und kulturellem Austausch durch stärkere lokale Beteiligung beitragen. Es soll auch andere nachhaltige grenzüberschreitende Initiativen im Kunstbereich inspirieren und so zu einer nachhaltigeren Zukunft in Europa beitragen.

Die begleitende Evaluierung, die den Beitrag des Projekts zur Erreichung der Ziele bewerten und Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Slow Touring Ansatzes liefern soll, basiert auf einer Theory of Change. Über Interviews mit dem Projektteam und beteiligten Goethe-Instituten, lokalen Partner*innen und Künstler*innen sowie Dokumentenanalysen werden die Daten für die Evaluation gesammelt.

Database_d Airplay

Das Radio ist nach wie vor ein wichtiges Medium, um Musik unter die Menschen zu bringen. Auch in freien nichtkommerziellen Radios spielt Musik eine wesentliche Rolle im Programm. Im Unterschied zu kommerziellen Radioprogrammen geht es Freien Radios dabei aber nicht um Durchhörbarkeit und eine bestimmte „Musikfarbe“, sondern darum, Diversität und Nischen hörbar zu machen. Freie Radios wollen eine Bühne für Musik und Musiker*innen bieten, die in kommerziellen Radios nicht zu hören sind und auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wenig Airplay finden.
Dafür spielen Musikdatenbanken eine wichtige Rolle: Das Repertoire, auf das insbesondere für den automatisierten Teil des Musikprogramms zugegriffen wird, speist sich in den meisten Radios aus einer zentralen Datenbank.

Um zu beantworten, wie Musik ins Freie Radio kommt, befasst sich das Projekt mit der Frage, welche Funktion Musikdatenbanken in Freien Radios für das Programm erfüllen und welche Rahmenbedingungen es für ihren Einsatz braucht. Dabei stehen zwei Perspektiven im Mittelpunkt:

  • Zum einen die Frage, wie die Bestückung einer solchen Datenbank funktioniert und wie die Auswahl kuratiert wird
  • Und zum anderen, die Frage, wie der Zugang zu Musikdatenbanken für die vielen ehrenamtlichen Radiomacher*innen Freier Radios organisiert werden kann.

Gemeinsam mit den Kooperationspartner*innen ORANGE 94.0 und mica – music austria sollen Antworten auf die Fragen gefunden werden, wie Musikdatenbanken das Profil des jeweiligen Radios beeinflussen und wie sie zur gezielten Sichtbarmachung und Förderung von lokaler und unterrepräsentierter Musik beitragen können. Im Zentrum des Projekts stehen neben Recherchen Interviews und Fokusgruppen mit Vertreter*innen der Musikszene, Expert*innen und Radiomacher*innen. So fließen unterschiedliche Perspektiven und Bedarfe in die Studie ein und erlauben die Analyse von Musikdatenbanken auf inhaltlicher, struktureller, technischer, rechtlicher und finanzieller Ebene.

Ausgangspunkt der Studie ist die Situation im Wiener Freien Radio ORANGE 94.0, analysiert werden (Best-) Practice Beispiele in Österreich sowie weiteren Ländern. Die Ergebnisse sollen skalierbare Rückschlüsse für andere Freie Radios zulassen.

 

Die Arbeit der Deutschen UNESCO-Kommission e.V.

Die 1950 gegründete Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) ist eine gemeinnützige Organisation, die die Beiträge des Landes zur UNESCO leitet. Das Auswärtige Amt koordiniert diese Arbeit und unterstützt die DUK als institutioneller Zuwendungsgeber. Die DUK beteiligt sich an den Programmen der UNESCO, unterstützt das Auswärtige Amt bei seiner Arbeit im Rahmen der UNESCO-Mission und fördert den öffentlichen Diskurs der Organisation in Deutschland.

Gegenstand und Ziel der Evaluation von EDUCULT ist es, die Aktivitäten der Kommission von 2012 bis 2022 zu evaluieren und einen Einblick in die Relevanz, Effektivität, Effizienz, Wirkungen und Nachhaltigkeit der Arbeit der DUK zu geben. Dabei sollen nicht nur die Erfolge der Arbeit der DUK in diesen zehn Jahren beschrieben, sondern auch die Herausforderungen identifiziert sowie Empfehlungen zur Weiterentwicklung und Optimierung der Maßnahmen, Strukturen, Prozesse und Synergien gegeben werden. Eine evidenzbasierte Analyse soll sowohl laufende als auch zukünftige Projekte positiv beeinflussen.

Methode

Die Evaluierung erfolgt anhand einer Programm- bzw. Organisationstheorie, die methodische Entscheidungen begründet und fundierte Bewertungskriterien für die Überprüfung der Zielerreichung und Umsetzungsqualitäten liefert. Im Evaluationsprozess eröffnen sich durch dialogbasierte Methoden Lernfelder für die Projektverantwortlichen und Stakeholder*innen, da sie sich mit den Wirkungen ihres Handelns beschäftigen und Entwicklungsmöglichkeiten erkennen können. Der theoriebasierte Ansatz berücksichtigt auch die Integration unterschiedlicher Stakeholder-Perspektiven, wie sie bei einer komplexen Organisation wie der DUK mit unterschiedlichen Programmlinien, Projekten, Arbeitskontexten, Formaten und Zielgruppen der Fall sind und bezieht mit einem vielperspektivischen Blick Herausforderungen in Umsetzungsprozessen und externe Einflussfaktoren aufgrund mannigfaltiger Krisenphänomene mit ein.

Kultur in Leoben

Die Montanuniversität und eine lange Tradition im Bergbau und Hüttenwesen bzw. mit der Voestalpine in der Eisen- und Stahlindustrie prägen den Wirtschaftsstandort Leoben mit seinen rund 24.000 Einwohner*innen. Schon jetzt bietet die Stadt wichtige Kulturangebote, die v.a. an den Standorten des traditionsreichen Stadttheaters, des Live Congress, des KulturQuartiers mit Bibliothek und Museum, der Musik- und Kunstschule und einiger Freiplätze realisiert werden. Saisonabhängig bestehen rege Festival- und Open Air-Aktivitäten.

Wenngleich das bestehende Angebot Leoben bereits jetzt zu einem kulturellen Zentrum der Region macht, so bestehen doch bedeutende Entwicklungsoptionen, deren Realisierung sowohl an herausragende Leuchtturmprojekte als auch an ein wirksames Konzept überregionaler kultureller Öffentlichkeitsarbeit geknüpft sind. Auch bauliche Maßnahmen und weitere künstlerische Sparten und Formate sollen in künftige Weiterentwicklungen einbezogen werden. Zudem ergibt sich mit der Ansiedlung eines neuen Produktionsstandortes des Unternehmens AT&S in Leoben ein Bedarf an Mitarbeiter*innen, die in der Stadt wohnen und arbeiten und von außerhalb zuziehen sollen.

Die Herausforderung besteht nun einerseits darin, die kulturellen Interessen der Neubürger*innen zu berücksichtigen und ein Leben in Leoben für diese Gruppe attraktiv zu machen, um hochqualifizierte Arbeitskräfte in die Stadt holen zu können, aber auch um Leoben für junge Menschen generell interessanter zu machen. Insgesamt gilt es zu berücksichtigen, dass sich in den letzten Jahren durch Transformationsprozesse, sei es Digitalisierung, sei es pandemiebedingte Änderung von Verhaltensweisen, die kulturellen Interessen vieler Leobener*innen gewandelt hat. So nutzt das Publikum nicht mehr alle kulturellen Angebote, wie es vor der Pandemie der Fall war, insbesondere fehlt es an Abonnent*innen bei klassischen Angeboten. Zugleich gilt es, Leoben auch in Bezug auf Kultur überregional sichtbarer zu machen.

Methode

Im Laufe des Entwicklungsprozesses finden Arbeitssitzungen im Kernteam und Fokusgruppen zu Themen wie z.B. kulturelle Infrastruktur, Kooperationen mit bestehenden Highlights, eigene Formate und Leuchttürme, Marketing und Kommunikation sowie zielgruppenorientierte Angebote (Kinder und Jugendliche etc.) mit relevanten Stakeholdern statt. In das finale Konzeptpapier fließen die Ergebnisse der genannten Arbeitsschritte ein, welche anschließend mit der Gemeinde, Stakeholdern und Fördergeber*innen diskutiert werden.

Spreading SoPHIA – Kultur und Nachhaltigkeit

„Spreading SoPHIA – Kultur und Nachhaltigkeit“ brachte die Ergebnisse des europäischen Horizon 2020-Projekts „Social Platform for Holistic Heritage Impact Assessment“ (SoPHIA) in die Praxis und machte sie für eine breitere Öffentlichkeit nutzbar. Im Mittelpunkt stand ein ganzheitliches Verständnis von Nachhaltigkeit, das ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Dimensionen von Kultur und Kulturerbe verbindet und in Bildungs-, Kultur- und Politikprozesse eingeflossen ist. Adressiert wurden Schüler*innen, Kulturakteur*innen und politische Entscheidungsträger*innen, die für ihre Arbeit Impulse zur Verknüpfung von Kultur, Kulturerbe und Nachhaltigkeit erhielten. In dem Projekt arbeiteten wir zusammen mit unseren Partner*innen an der Schnittstelle von Bildung, Kulturpolitik und Nachhaltigkeitsdiskurs. Dabei bauten wir auf den erarbeiteten Forschungsergebnissen und Instrumenten des SoPHIA-Projekts auf.

Die Forschungsleistungen aus SoPHIA – einschließlich Folgenabschätzungsmodell, Toolkit, Policy Briefs, Leitlinien und Forschungsagenda – haben wir zielgruppengerecht aufbereitet und die Rolle von Kultur und Kulturerbe in der Nachhaltigkeitsdebatte nachvollziehbar vermittelt. In Workshops und Multiplikator*innen-Veranstaltungen erhielten Kulturakteur*innen und politische Entscheidungsträger*innen das SoPHIA-Modell als Werkzeug, um die eigene Arbeit hinsichtlich Nachhaltigkeit zu reflektieren. Parallel haben wir breitere Öffentlichkeiten über Social Media-Aktivitäten und Printmedien angesprochen, unterstützt durch die Kooperationspartner*innen MuseumsQuartier Wien, Österreichische UNESCO-Kommission und Europa Nostra.

Das Projekt stärkte das Bewusstsein für die Zusammenhänge von Kultur, Kulturerbe und ökologischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Nachhaltigkeit und hat Akteur*innen ermutigt, diese Dimensionen in ihre Projektentwicklungen und Entscheidungen zu integrieren. Zentrale Outputs waren zielgruppengerecht aufbereitete Materialien zu den Ergebnissen des SoPHIA-Projekts, Workshops und Multiplikator*innen-Formate, eine Social Media- und Printkampagne sowie die erweiterte Nutzung des SoPHIA-Modells und -Toolkits in Bildungs-, Kultur- und Politikpraxis.

 

Creator’s Kampagne

Austrian Guides for Future Teil 2/3:

MILA Mitmach Supermarkt 3/3:

Aktivitäten

 

Abschlusskonferenz