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Baden-Württemberg-STIPENDIUM

Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM der Baden-Württemberg Stiftung fördert seit 2001 den internationalen Austausch von Studierenden und jungen Berufstätigen. Mit dem Stipendium wird sowohl jungen Menschen aus Baden-Württemberg ermöglicht, einige Zeit im Ausland zu verbringen, als auch ausländischen Stipendiatinnen und Stipendiaten, Baden-Württemberg kennenzulernen. Jedes Jahr bekommen rund 1.500 Personen ein Stipendium. 2026 feiert das Programm sein 25-jähriges Bestehen.

Im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung führt EDUCULT eine unabhängige Evaluation des Programms durch. Ziel ist eine fundierte Analyse der Programmentwicklung der vergangenen zehn Jahre sowie die Ableitung strategischer Empfehlungen für die Zukunft. Dabei wird geprüft, inwieweit das Programm seinem Auftrag gerecht wurde und wie es sich inhaltlich und strukturell weiterentwickelt hat. Die Evaluation identifiziert Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale und formuliert Handlungsempfehlungen für die inhaltliche Weiterentwicklung sowie die Optimierung interner Prozesse.

Die Evaluation folgt einem mehrstufigen, theoriegeleiteten Mixed-Methods-Design, das Wirkungsanalyse, Prozessbewertung und strategische Weiterentwicklung integriert. Ausgangspunkt ist die Entwicklung einer Theory of Change, die die Wirklogik des Programms rekonstruiert und als verbindlichen Referenzrahmen für Datenerhebung, Bewertung und Empfehlungen dient. Die Datenerhebung umfasst quantitative Online-Befragungen von Stipendiatinnen und Stipendiaten, Alumni sowie Hochschulvertreterinnen und -vertretern, leitfadengestützte Interviews und Fokusgruppen mit zentralen Stakeholdern sowie eine vergleichende Analyse anderer Stipendienprogramme. Im Rahmen von Workshops zur Zieleentwicklung, zur Analyse von Stärken und Herausforderungen (SWOT) sowie zur Validierung binden wir Mitarbeitende des Stipendiums aktiv in die Evaluation ein.

Yemen Creative Hubs II

Die Yemen Creative Hubs sind ein von der Europäischen Union finanziertes Kooperationsprojekt zwischen sechs Partnern in und außerhalb Jemens zur Unterstützung der Zivilgesellschaft und des Kultursektors im Jemen. Als Lead-Partner implementiert das Goethe-Institut das Projekt seit 2022 gemeinsam mit der Basement Cultural Foundation in Sana’a, der Aden Again Cultural Foundation, Madarat in Mukalla/Hadramout, Your ECHO und Yemen Art Base. Die zweite Projektphase begann im April 2024 und läuft bis 2028. Sie baut auf den in der ersten Phase entwickelten Kompetenzen, Netzwerken und Reichweiten auf und setzt zusätzlich einen stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeitsstrategien, die eine längerfristige Stärkung der entstandenen Infrastruktur in den jeweiligen Kontexten ermöglichen sollen. Ziel des Projekts ist es, die kulturelle Infrastruktur im Jemen durch Capacity-Building-Maßnahmen und den Aufbau von Creative Hubs in vier Städten und Regionen zu stärken. Ergänzend sollen begleitende Aktivitäten und Nachhaltigkeitsstrategien wie Art Resilience Stores dazu beitragen, Kulturschaffende und Künstler*innen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen und den Kultursektor insgesamt zu fördern.

In der Zwischenevaluation bauen wir auf den Erkenntnissen aus der Evaluation der ersten Projektphase (Yemen Creative Hubs) auf. So lassen sich Entwicklungen, Fortschritte und Anpassungsbedarfe über die Projektphasen hinweg systematisch nachzeichnen. Die Zwischenevaluation der zweiten Phase konzentriert sich nun auf die zwischen 2024 und 2026 umgesetzten Aktivitäten und bisher erreichten Ergebnisse. Wir untersuchen den aktuellen Projektfortschritt einschließlich der bisher erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategien und ermitteln Anpassungsbedarfe und Nachschärfungspotenziale, um die Projektpartner bei der Erreichung der angestrebten Wirkungen systematisch zu unterstützen. Dafür wählen wir einen Mixed-Methods-Ansatz, bei dem bestehende Monitoringdaten mit qualitativer Datenerhebung verbunden werden. Dazu führen wir Interviews mit Projektpartner*innen und Diskussionsgruppen mit Zielgruppen der Hubs, insb. Künstler*innen und Kulturschaffenden im Jemen durch.

Die Zwischenevaluation schafft eine fundierte Grundlage, um den bisherigen Projektverlauf der zweiten Phase einzuordnen und den Stand der angestrebten Wirkungen sichtbar zu machen. Sie liefert Erkenntnisse zum Fortschritt der Capacity-Building-Maßnahmen, zur Nutzung und Bedeutung der aufgebauten Infrastruktur sowie zur Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategien. Auf dieser Basis können Anpassungsbedarfe frühzeitig identifiziert und Nachschärfungen vorgenommen werden, um die Projektpartner in der weiteren Umsetzung bis 2028 gezielt zu unterstützen.

Politik im Freien Theater

„Politik im Freien Theater“ ist ein Theaterfestival der Bundeszentrale für politische Bildung, das alle drei Jahre in Kooperation mit lokalen Bühnen und der Freien Szene stattfindet und jeweils ein Schwerpunktthema (so zuletzt Reich, Macht und Grenzen) in künstlerischen und diskursiven Formaten verhandelt. Ziel der Evaluationen und Befragungen war es, Struktur, Erfahrungen und Wahrnehmungen des Publikums sichtbar zu machen und die Weiterentwicklung des Festivals zu unterstützen. Primäre Zielgruppen waren Festivalbesucher*innen sowie die Veranstalter*innen und beteiligte Partner*innen, die mit den Ergebnissen strategisch weiterarbeiten.

Über mehrere Festivalausgaben hinweg entwickelten und verfeinerten wir ein Befragungs- und Evaluationsdesign, das Papier- und digitale Fragebögen mit ergänzenden qualitativen Elementen verbindet. Pro Ausgabe haben wir – je nach Bedarf – unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, etwa:

  • Fokus auf die Besucher*innenstruktur, Reichweite und Zugänge
  • Fokus auf die Wahrnehmung des jeweiligen Mottos und dessen Verbindung zu künstlerischen und diskursiven Formaten
  • Fokus auf die Wahrnehmung der Kooperationen und Besucher*innen des Regionalprogramms
  • Vertiefende Fragen zur Verbindung von politischer und kultureller Bildung, Teilhabeerfahrungen und Festivalprofil

Die Auswertungen lieferten Einblicke in Zusammensetzung und Motivation des Publikums, die Wahrnehmung des Festivalprofils und die Bewertung einzelner Programmbestandteile. Mit unseren Empfehlungen und Handlungsoptionen unterstützten wir die Bundeszentrale für politische Bildung und die Festivalpartner*innen dabei, „Politik im Freien Theater“ so weiterzuentwickeln, dass politische Bildung über das Festivalprogramm noch zugänglicher und wirksamer gestaltet werden kann.

Unterstützung von Kunst- und Kulturschaffenden

In dieser Evaluation führen wir die Erkenntnisse aus drei Projekten des Goethe-Instituts zusammen, die Kunst- und Kulturschaffende in illiberalen Kontexten und Diaspora unterstützen. Space for Freedom and Feminism in Bangalore (Indien) schafft und unterstützt gemeinschaftliche Räume als Plattformen für Wissensaustausch und Netzwerkbildung und zielt darauf, Frauen, geschlechtliche Minderheiten und marginalisierte Menschen darin zu bestärken, historisch verwehrte Räume in Kunst und Kulturarbeit zu reklamieren. Dealing in Distance in Südostasien (Indonesien, Philippinen, Vietnam) bringt südostasiatische Künstler*innen und Diaspora-Künstler*innen in Deutschland in Fokusgruppen, Netzwerktreffen und Residenzen zusammen, um Identität im Spannungsfeld von Migration und Heimat künstlerisch zu erkunden und neue Verbindungen zu schaffen. Die Kulturgarage in Alexandria (Ägypten) bietet in einem historischen Luftschutzbunker nahe dem Goethe-Institut Alexandria für jeweils drei bis acht Wochen einen kurzfristigen Arbeits-, Fortbildungs- und Veranstaltungsraum für Künstler*innen aller Sparten und soll damit die lokale Kulturszene stärken.

Im Mittelpunkt der Evaluation stand die Frage, ob und wie diese drei Projekte zur Stärkung von Kunst- und Kulturschaffenden sowie zivilgesellschaftlichen Akteur*innen beitragen. Untersucht wurden sowohl unmittelbare Ergebnisse als auch dauerhaftere Wirkungen sowie der Beitrag des Goethe-Instituts zur Förderung kultureller Szenen und zivilgesellschaftlicher Strukturen. Methodisch arbeiteten wir mit Interviews und fokusgruppen sowie der Situationsanalyse nach Adele Clarke, um die Vielfalt und Komplexität der Projekte angemessen abzubilden und formale wie informelle Strukturen, Akteur*innenkonstellationen, Diskurse und institutionelle Rahmenbedingungen systematisch in den Blick zu nehmen.

Die Evaluation schafft eine Grundlage für vergleichende Erkenntnisse über Wirkungsweisen, Bedingungen und Herausforderungen der drei Projekte.
So werden informelle Machtverhältnisse, institutionelle Rahmenbedingungen und divergierende Deutungen sichtbar und es wird eine fundierte Basis für vergleichende Erkenntnisse und Transferempfehlungen geschaffen.

Fit für den deutschen Arbeitsmarkt (FIMA)

Fit für den deutschen Arbeitsmarkt (FIMA) begleitet Schüler*innen und junge Erwachsene aus Mexiko, Kolumbien und Brasilien in der Erwerbs- und Ausbildungsmigration nach Deutschland. Ziel des Projekts ist es, die Teilnehmenden sprachlich auf das Alltags- und Arbeitsleben in Deutschland vorzubereiten und sie beim Erwerb der dafür notwendigen Zertifikate zu unterstützen. Dazu gehören kostenlose Sprachkurse inklusive Sprachprüfung auf den Niveaus A1 und A2, landeskundliche und interkulturelle Vorbereitung, Bewerbungstrainings, Hausaufgabenbetreuung, fachliche Begleitung durch die Bundesagentur für Arbeit und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) sowie Angebote des Alumniportal Deutschland.

In der begleitenden Evaluation überprüfen wir die Zielerreichung auf Output- und Outcome-Ebene und erfassen kurzfristige Wirkungen bei der Zielgruppe. Darüber hinaus erarbeiten wir eine Plausibilitätsdarstellung langfristiger Wirkungen auf die Zielgruppe und auf gesellschaftlicher Ebene. Dafür führen wir eine Bedarfsanalyse der Teilnehmenden und Arbeitgeber*innen durch. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Projektaufbau, der Projektstruktur, den laufenden Prozessen und den Transfermöglichkeiten. Methodisch setzen wir vor allem auf qualitative Verfahren, die wir durch Sekundärdatenanalysen und Online-Befragungen der Teilnehmenden und Arbeitgeber*innen ergänzen.

Mit der Evaluation schaffen wir eine fundierte Grundlage, um Zielerreichung, Wirkungen und Entwicklungsbedarfe des Projekts systematisch sichtbar zu machen. Wir arbeiten heraus, welche Bedarfe bei Teilnehmenden und Arbeitgeber*innen bestehen, welche Angebote wirksam greifen und an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht. So unterstützen wir die gezielte Weiterentwicklung des Projekts, schärfen seine Wirkungslogik und schaffen eine belastbare Basis für Transfer und langfristige Wirkung.

Sport-Freunde

„Sport-Freunde“ ist ein Projekt von „Fremde werden Freunde“, das mit niedrigschwelligen, kostenfreien Sportangeboten mit psychosozialen Elementen Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte anspricht. In Wien und Linz werden Sport- und Freizeitangebote in Schulen sowie außerschulisch umgesetzt – mit diversen Sportarten wie Basketball, Thai-Boxing, Aerobic, Fußball, Laufen oder Schach.

Wir evaluieren, inwiefern die Projektziele erreicht wurden und welche Wirkungen das Projekt auf die Zielgruppen hat. Dazu wird das bestehende Wirkungsmodell kritisch reflektiert und weiterentwickelt. Basierend auf einer quantitativen Vorher- und Nachher-Befragung werden Wirkungen auf die Teilnehmenden abgeleitet. Ergänzt wird das Evaluationsdesign durch qualitative Methoden wie teilnehmende Beobachtungen, Fokusgruppen mit Teilnehmenden sowie Stakeholder-Interviews.

Die Evaluation zeigt, welche Effekte die Sportformate entfalten – auf Teilhabe, soziale Integration, Gemeinschaftsbildung und individuelle Resilienz. Sie liefert evidenzbasierte Erkenntnisse darüber, wie niedrigschwellige Sportangebote nachhaltig zu psychosozialer Stabilisierung und sozialem Zusammenhalt beitragen.

Raising Europe’s Stars

„Raising Europe’s Stars“ ist ein transnationales Jugendprojekt, das junge Menschen zusammenbringt und sie dazu anregt, sich mit europäischer Politik, demokratischen Prozessen und gemeinsamen Werten auseinanderzusetzen. In einem mehrstufigen Lernformat befassen sich die Teilnehmenden zunächst in lokalen Gruppen mit der Europäischen Union und ihren Strukturen. In regionalen Workshops schlüpfen sie anschließend erstmals in die Rolle politischer Entscheidungsträger*innen, bevor sie in einer internationalen Hauptveranstaltung – einem dreitägigen Planspiel im rheinland-pfälzischen Landtag – politische Debatten zu Themen wie dem Green Deal oder europäischer Sicherheit führen. Das Projekt verbindet klassische politische Bildung mit innovativen Methoden wie Rollenspielen, Peer-Learning und interkulturellem Austausch.

Wir führen die summative Evaluation des Projekts durch. Grundlage dafür sind die Theory of Change entsprechend dem „Kultur wirkt!“-Ansatz des Goethe-Instituts sowie der Most Significant Change-Ansatz. Ziel der Evaluation ist die Überprüfung der Zielerreichung auf Output- und Outcome-Ebene, die Erhebung kurzfristiger Wirkungen bei den Zielgruppen sowie die Plausibilitätsdarstellung langfristiger Wirkungen bei den Zielgruppen und auf gesellschaftlicher Ebene. Die Datenerhebung erfolgt durch die Kombination qualitativer und quantitativer Methoden, darunter Interviews und Fokusgruppen mit Projektverantwortlichen und -mitarbeitenden, Mentor*innen sowie Peer-to-Peer-Interviews und eine Online-Umfrage mit Jugendlichen.

Die Evaluation schafft eine fundierte Grundlage, um die Zielerreichung des Projekts systematisch zu überprüfen und Wirkungen auf unterschiedlichen Ebenen sichtbar zu machen. Durch die Verbindung verschiedener methodischer Zugänge werden sowohl die Perspektiven der beteiligten Fachkräfte als auch die Erfahrungen der Jugendlichen einbezogen. So entsteht ein differenziertes Bild der erreichten Outputs und Outcomes sowie der längerfristigen Wirkpotenziale des Projekts.

Das relevante Museum

Das Programm richtet sich an Museumsteams in Deutschland, der Schweiz und Österreich und schafft einen Rahmen für Austausch, gemeinsames Lernen und die Weiterentwicklung museumsbezogener Praxis. Es wird getragen von der NORDMETALL-Stiftung, Hamburg und der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, Winterthur.

In der Evaluation untersuchten wir unter anderem den bisherigen Programmverlauf, den Mehrwert für die Teilnehmenden und die Museen, den Kompetenzaufbau sowie die Förderung von Innovation in der Museumsarbeit. Unsere Arbeit unterstützte die gemeinsame Reflexion und diente zugleich der strategischen Wirkungsorientierung der beteiligten Stiftungen. Methodisch arbeiteten wir mit Interviews und Fokusgruppen mit Programmbeteiligten sowie mit einer Onlinebefragung aller bisherigen Teilnehmenden.

Mit der Evaluation schaffen wir eine Grundlage, um die Entwicklung des Programms, seinen Nutzen für die beteiligten Museumsteams und seine innovationsfördernde Wirkung systematisch einzuordnen. Sie unterstützt die gemeinsame Reflexion der Programmbeteiligten und liefert zugleich Erkenntnisse für die strategische Weiterentwicklung und Wirkungsorientierung des Programms.

Der Evaluationsbericht ist online verfügbar.

KinderKunstLabor St. Pölten

Das KinderKunstLabor St. Pölten ist ein Ort, an dem Kinder zeitgenössische Kunst entdecken. Die Begleitforschung untersucht, wie sich Kinder den ausgestellten Arbeiten zuwenden und welche Erfahrungen sie in einzelnen Ausstellungen machen. Im Zentrum steht insbesondere der Kontakt beziehungsweise das Beziehungsgeflecht zu und mit Kunstobjekten sowie die übergreifende Frage, wie junge Kinder im KinderKunstLabor St. Pölten zeitgenössische Kunst erfahren und wie sie mit dieser in Verbindung treten.

Für die Begleitforschung wählen wir einen explorativen, qualitativen Zugang, der den unterschiedlichen Dimensionen kindlicher Erfahrung Raum gibt und eine wissenschaftliche Annäherung daran ermöglicht. Unser Anspruch ist es, qualitative Forschungsmethoden einzusetzen, die sowohl Erfahrungen von Kindern in den Blick nehmen als auch kindzentrierte Perspektiven erfassen: In der ersten Periode haben wir auf phänomenologische Vignetten zurückgegriffen, um Erfahrungsmomente von Kindern in der der Ausstellung „Papier, Stein, Schere“ (2025) zu erfassen. In der zweiten Periode wurde eine Gruppendiskussionen mit Kindern geführt, um uns ihrer Erzählung zur Ausstellung „Geschwister – super & nervig“ (2026) zuzuwenden.

Mit der Begleitforschung machen wir Erfahrungen und Perspektiven von Kindern auf zeitgenössische Kunst sichtbar und schaffen eine Grundlage für die fachliche Reflexion von Ausstellungen und Vermittlungsprozessen im KinderKunstLabor. Im Austausch mit den Mitarbeiter*innen des KinderKunstLabor greifen wir die gewonnenen Erkenntnisse auf und schaffen wechselseitige Anregungen für Lern- und Weiterentwicklungsprozesse.

(Dis)solutions – (Auf)lösungen

Das Projekt (Dis)solutions/(Auf)lösungen – Dekoloniale Begegnungen des Goethe-Instituts rückt Osteuropa und Zentralasien als Regionen mit besonderer postkolonialer Prägung in den Fokus. In den kulturellen Szenen und zivilgesellschaftlichen Initiativen dieser Regionen finden sich vielfältige dekoloniale Ansätze, die bislang jedoch meist innerhalb nationaler Grenzen verbleiben – Grenzen, die selbst oftmals kolonialen Ursprungs sind. Zugleich fehlt es marginalisierten Perspektiven auf Themen wie Identität, Geschichte, Sprache oder kulturelles Erbe an Sichtbarkeit und öffentlicher Plattform. Aufbauend auf einer ersten Phase im Jahr 2023, in der post- und dekoloniale Praktiken in Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft kartiert wurden, entstand ein Konzept für zwei Folgephasen. Im Zentrum der zweiten Phase stand ein von drei Kuratorinnen entwickeltes Residenzprogramm, gefolgt von einer dritten Phase, in der drei ausgewählte Künstler*innen einen Grant zur Umsetzung einer aus der Residenz entstandenen Idee erhielten. Die Goethe-Institute Ukraine und Kasachstan führten das Projekt durch.

In der Evaluation richteten wir den Blick auf die zweite und dritte Phase des Projekts. Das Residenzprogramm lud Künstler*innen aus zwölf Ländern zu Residenzreisen bzw. Kurzaufenthalten in mehreren Ländern Osteuropas und Zentralasiens ein. So konnten zwischen 2024 und 2025 insgesamt 19 Künstler*innen an vier Reisen in acht Länder teilnehmen. Lokale Organisationen begleiteten die Aufenthalte, ermöglichten Zugänge zu Archiven, Museen und Kulturszenen und unterstützten die Auseinandersetzung mit den jeweiligen postkolonialen Realitäten.Die Teilnahme an der Konferenz der RUTA Association in der Ukraine sowie eine englischsprachige Podcast-Reihe ergänzten das Programm. In der Evaluation untersuchten wir, inwiefern das Projekt zum übergeordneten Ziel beitrug, den Austausch Europas mit der Welt zu fördern. Dabei betrachteten wir insbesondere die kulturpolitische Bedeutung des Projekts mit Fokus auf dekoloniale Begegnungen in Osteuropa und Zentralasien sowie die Arbeitsweisen und Formate, mit denen diese Begegnungen ermöglicht werden. Methodisch arbeiteten wir mit qualitativen Interviews, Fokusgruppen mit beteiligten Künstler*innen und Host-Organisationen, inhaltlichen Analysen der Podcast-Reihe und einer Netzwerkanalyse.

Die Evaluation schafft eine Grundlage, um die kulturpolitische Bedeutung des Projekts, seine Arbeitsweise und die Qualität der ermöglichten Begegnungen systematisch einzuordnen. Sie macht sichtbar, wie dekoloniale Perspektiven, transregionale Austauschprozesse und neue Verbindungen zwischen Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft durch das Projekt gestärkt werden. Zugleich liefert sie eine fundierte Basis für Lern- und Entwicklungsprozesse und unterstützt die Weiterentwicklung von Formaten, die dekoloniale Begegnungen über nationale und historisch geprägte Grenzen hinweg ermöglichen.