Schlagwortarchiv für: Konzeptentwicklung & Begleitung

Kinder- und Jugendtheater der Stadt Frankfurt

Die Stadt Frankfurt am Main beauftragte uns 2020 mit der Erstellung des Nutzungs- und Betriebskonzepts für das neue Kinder- und Jugendtheater im Zoogesellschaftshaus. Das Konzept umfasst die inhaltliche Ausrichtung, den Wirtschaftsplan, schärfte das Raumprogramm und legte den Grundstein für den Architekturwettbewerb. 2024 aktualisierten wir es, um aktuelle Teuerungsraten und inhaltliche Entwicklungen abzubilden und damit den nächsten Entscheidungsschritt im Stadtparlament vorzubereiten.

Um unterschiedliche Perspektiven zu integrieren, führten wir Interviews und Fokusgruppen mit Akteur*innen aus Freier Szene, jungen Menschen, Politik, Verwaltung, dem Zoo Frankfurt und weiteren Expert*innen durch. Wir analysierten vorhandene Dokumente sowie Beschlüsse und erstellten eine Vergleichsanalyse von Budgets anderer Kinder- und Jugendtheater als Grundlage für den Wirtschaftsplan. Zudem arbeiteten wir in regelmäßigen Sitzungen im Kernteam und weiteren Stakeholdern an der gemeinsamen Ausgestaltung und Abstimmung des Konzepts.

Es entstand ein konsistentes Nutzungs- und Betriebskonzept, das Profil, Bedarfe und Strukturen des zukünftigen Kinder- und Jugendtheaters klar beschreibt. Dies schafft die Grundlage für die weiteren Umsetzungsschritte auf dem Weg zu einem die Freie Szene einbindenden, überregional relevanten und wirtschaftlich nachhaltigen Haus.

Kultur in Leoben

Die Montanuniversität und eine lange Tradition im Bergbau und Hüttenwesen bzw. mit der Voestalpine in der Eisen- und Stahlindustrie prägen den Wirtschaftsstandort Leoben mit seinen rund 24.000 Einwohner*innen. Schon jetzt bietet die Stadt wichtige Kulturangebote, die v.a. an den Standorten des traditionsreichen Stadttheaters, des Live Congress, des KulturQuartiers mit Bibliothek und Museum, der Musik- und Kunstschule und einiger Freiplätze realisiert werden. Saisonabhängig bestehen rege Festival- und Open Air-Aktivitäten.

Wenngleich das bestehende Angebot Leoben bereits jetzt zu einem kulturellen Zentrum der Region macht, so bestehen doch bedeutende Entwicklungsoptionen, deren Realisierung sowohl an herausragende Leuchtturmprojekte als auch an ein wirksames Konzept überregionaler kultureller Öffentlichkeitsarbeit geknüpft sind. Auch bauliche Maßnahmen und weitere künstlerische Sparten und Formate sollen in künftige Weiterentwicklungen einbezogen werden. Zudem ergibt sich mit der Ansiedlung eines neuen Produktionsstandortes des Unternehmens AT&S in Leoben ein Bedarf an Mitarbeiter*innen, die in der Stadt wohnen und arbeiten und von außerhalb zuziehen sollen.

Die Herausforderung besteht nun einerseits darin, die kulturellen Interessen der Neubürger*innen zu berücksichtigen und ein Leben in Leoben für diese Gruppe attraktiv zu machen, um hochqualifizierte Arbeitskräfte in die Stadt holen zu können, aber auch um Leoben für junge Menschen generell interessanter zu machen. Insgesamt gilt es zu berücksichtigen, dass sich in den letzten Jahren durch Transformationsprozesse, sei es Digitalisierung, sei es pandemiebedingte Änderung von Verhaltensweisen, die kulturellen Interessen vieler Leobener*innen gewandelt hat. So nutzt das Publikum nicht mehr alle kulturellen Angebote, wie es vor der Pandemie der Fall war, insbesondere fehlt es an Abonnent*innen bei klassischen Angeboten. Zugleich gilt es, Leoben auch in Bezug auf Kultur überregional sichtbarer zu machen.

Methode

Im Laufe des Entwicklungsprozesses finden Arbeitssitzungen im Kernteam und Fokusgruppen zu Themen wie z.B. kulturelle Infrastruktur, Kooperationen mit bestehenden Highlights, eigene Formate und Leuchttürme, Marketing und Kommunikation sowie zielgruppenorientierte Angebote (Kinder und Jugendliche etc.) mit relevanten Stakeholdern statt. In das finale Konzeptpapier fließen die Ergebnisse der genannten Arbeitsschritte ein, welche anschließend mit der Gemeinde, Stakeholdern und Fördergeber*innen diskutiert werden.

Freie Spielstätten in Frankfurt am Main

In Frankfurt am Main existiert eine breite und vielfältige Theater-, Tanz- und Performanceszene. Die Spielstätten bilden dabei die infrastrukturelle Basis. Die freien Spielstätten, die entweder in engem Zusammenhang zu hauseigenen Ensembles stehen oder an denen freie Gruppen v.a. aus Frankfurt spielen, erhalten hierfür eine Mehrjahresförderung über zwei oder vier Jahre. Im Vergleich zu anderen großen Städten in Deutschland kann von einer umfangreichen Spielstättenlandschaft gesprochen werden. Dennoch stellt sich die Frage, ob die bestehenden Probe- und Aufführungsmöglichkeiten tatsächlich den Bedarfen entsprechen.

Ziel der Erhebung ist es deshalb, die allgemeine und individuelle Situation der freien Spielstätten zu erfassen und zu analysieren. Auf dieser Grundlage sollen dann evidenzbasiert Entwicklungspotenziale Veränderungsbedarfe erkannt und Entscheidungen erleichtert werden.

Methodisch stehen sozialwissenschaftliche Ansätze im Vordergrund, die Einzel- und Gruppeninterviews sowie Fokusgruppen umfassen. Zudem werden detailliert Kennzahlen zu den Spielstätten erhoben, um eine bessere Einschätzung vornehmen zu können. Gespräche mit dem Kulturamt ergänzen die Forschungsarbeit.

 


Bild: „Mousonturm, Frankfurt am Main 2016“ by Spiegelneuronen is licensed under CC BY-NC-SA 2.0